Schulleiter Wolfgang Kirst hat das Stillhalten satt. Im Interesse der rund 400 Lernenden und 46 Pädagogen drängt er auf die Fortsetzung der Sanierungsarbeiten in der Ganztagssekundarschule " Burgbreite " in Wernigerode. Die Kreisverwaltung vertröstet, " in anderen Schulen würde es schlimmer aussehen ".

Wernigerode. Es werden bald zwei Jahre, die " wir hier wohnen, und noch immer gibt es keine Information, wann der Bau beendet wird ", hadert Wolfgang Kirst. Der Leiter der Burgbreite-Ganztagssekundarschule spricht bewusst von " wohnen ", denn " kein Bauherr würde mit seinem Haus so umgehen ". Innen sei alles " hui, außen aber pfui ".

Nicht nur, dass die Fassade hässlich aussehe, wegen der zahlreichen Löcher in der Außenhaut " wird unnütz Energie verschwendet ", weiß Kirst. Er befürchtet, dass spätestens nach dem nächsten Winter im Haus die Farbe von den Wänden blättert. Außerdem dringt Nässe in das Gebäude, die alte Dränage ist defekt. Der muffge Gestank im Keller sei Zeugnis davon. Und die neue behindertengerechte Toilette kann nicht benutzt werden, weil der entsprechende Zugang dazu fehlt. Deshalb sei der zugesagte zweite Bauabschnitt mit Sanierung der Fassade, Einbau eines Lifts und Gestaltung des Schulhofes dringend notwendig.

Rückblick : Für rund 2, 3 Millionen Euro wurde die 1974 erbaute Schule 2006 / 07 grundhaft saniert. Neben frischer Farbe, neuen Fenstern und moderner Elektroanlage wurde auch der Grundriss des Gebäudes so verändert, dass es den Anforderungen einer Ganztagsschule entspricht. Die Förderung für solch ein Schulprojekt wurde voll ausgeschöpft. " Dafür sind wir alle unheimlich dankbar, dass sich damals der Kreistag und die Kreisverwaltung Wernigerode für uns so engagiert und im Interesse der Kinder gehandelt haben ", sagt Kirst und betont : " Es muss doch aber einen Plan geben, wie es weiter gehen soll. "

Das Stillhalten habe der Schulleiter nun satt. Denn : Die Sanierung über die Förderung für Städtebauentwicklung fortzusetzen, sei im Vorjahr von der Oberf nanzdirektion abgelehnt worden. Das Konjunkturpaket II werde nicht greifen können, da die Schule bereits eine Förderung erhalten habe. All die Sorgen habe Kirst in einem Brief Landrat Michael Ermrich mitgeteilt und um eine Antwort gebeten. Erst auf Nachfrage habe er von der verantwortlichen Mitarbeiterin telefonisch eine " unbefriedigende " Auskunft bekommen. " Man verwies auf die Prioritätenlisten und gab uns zu bedenken, dass es in anderen Schulen viel schlimmer aussieht ", gibt Kirst das Gespräch wieder und kommentiert : " Das ist keine Antwort. "