Berlin / Wernigerode. Der Trend ist eindeutig : Die Gäste, die ein Zimmer buchen, erwarten inzwischen mehr, als nur gut zu schlafen. Sie wollen während ihres Urlaubs Kultur, Natur, gutes Essen und möglichst auch Wellness genießen. Diesen Eindruck haben mehrere Standbetreuer gewonnen, die noch bis Sonntag die Harzorte in Halle 11. 2 während der Internationalen Tourismusbörse in Berlin ( ITB ) vertreten. Auch Wernigerodes Tourismus GmbH reagiert mit immer neuen Ideen darauf. Eine der jüngsten ist, dass Übernachtungspauschalen, die immer mehr als Geschenk nachgefragt werden, in kreativen Verpackungen angeboten werden.

Ein " alter Hase " unter den Standbetreuern ist Dr. Christian Juranek. Der " Schlossherr " fndet viel Aufmerksamkeit mit der neuen Offerte, vier Tage Walpurgis auf Schloss Wernigerode zu feiern. Dazu sollen verschiedene Bühnen aufgebaut werden und ein Markt stattfnden. " Mit der Eintrittskarte ist auch der Besuch des Schlosses möglich ", sagt Juranek und nennt das Anliegen. Es sollen mehr und auch jüngere Besucher gewonnen werden. Gleiches gilt mit der nächsten Sonderausstellung. Klaus Ender, bald 70 Jahre alt, präsentiert seine Arbeiten in einer Fotoausstellung. Von ihm stammen die ersten Aktfotos, die die DDR-Zeitschrift " Das Magazin " veröffentlich hatte.

Roswitha Ermisch, sie vertritt in Berlin Schierke, wird wieder von einem Ranger der Nationalparkverwaltung Harz unterstützt. " Damit unterstreichen wir unsere enge Verbindung zur Natur ", sagte sie. " Zum sechsten Mal bin ich hier ", ergänzt Stephan Sandtner. Der 38-jährige Ranger f ndet auch Dank seiner schmucken Uniform viele Gesprächspartner. " Ich spüre, dass die freie Natur immer mehr nachgefragt wird. Dazu noch gute Angebote, dann sind die Gäste zufrieden. " Ivonne Brumby wirbt für Fahrten mit den Harzer Schmalspurbahnen und die Rockoper auf dem Brocken. Mehr Kooperationen in den Orten wünscht sich Katrin Eisbein, die seit August 2008 das Hotel " Harzhaus " in Benneckenstein leitet. " Wir haben alle was davon. "

Echte Hingucker im Getümmel sind die beiden Harzer Königinnen : Schierke hat mit Steff I. ( Hoffmann ) die 2. Harzer Kräuterkönigin mitgebracht, während die Blankenburger mit Henriette I. ( Dumeier ) werben. Die Blütenkönigin 2008 weiß gut über das touristische Potential ihrer Stadt Bescheid. Beim Anblick dieser hübschen Regentinnen und denen aus anderen Regionen von Sachsen-Anhalt wird es Kurt Bruns etwas bange ums Herz. " Die Prinzess Ilse ist nicht dabei ", bedauert das Vorstandsmitglied des Ilsenburger Fremdenverkehrsvereins. Frank Glitsch, Geschäftsführer der Ilsenburger Tourismus GmbH, sieht die Stadt dennoch gut vertreten, einmal durch die Wirtschaftsförderung des Harzkreises und am Stand der Bäder unseres Landes.

Michael Leja, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung in der Kreisverwaltung, sucht während des Sachsen-Anhalt-Tages selbst als Standbetreuer das Gespräch mit den Besuchern. " Erfreulich ist schon der erste Eindruck, den die neue Präsentation Sachsen-Anhalts hinterlässt ", urteilt er. Wohlwissend, dass es angesichts der mehr als 11 000 Aussteller aus 187 Ländern nicht einfach ist, beachtet zu werden. Und dazu ist noch bis Sonntag Gelegenheit.