In Wolmirstedt hat sich der Verein "Ohre - Bürgerpark" gegründet. Die Mitglieder möchten das Gebiet westlich der ehemaligen B189 bis zur Ohre als englischen Landschaftspark gestalten und die Ohrepromenade so verlängern, dass die Wassermühle Elbeu zum Zielpunkt eines Spazierweges wird.

Wolmirstedt l Eckard Mohaupt ist der Vorsitzende des neugegründeten Vereins "Ohre-Bürgerpark". Der 73-Jährige hat die alte Zuckerfabrik gekauft und will darin Wohnungen entstehen lassen. Vom alten Fabrikgebäude aus kann er den Blick über die Fabrikstraße schweifen lassen, über die Ohre, bis hin zur Wassermühle in Elbeu.

Nicht alles, was sich dem Betrachter erschließt, ist schön. Das Gebiet um die Fabrikstraße herum bis zur Ohre kann getrost als Schmuddelecke der Stadt bezeichnet werden. Aus türlosen alten Garagen am Ohreufer quillt Unrat. Die Fabrikstraße selbst ist holprig und mündet in einen unbefestigten Weg, in den der Regen tiefe Pfützen gegraben hat. Überreste der Zuckerproduktion überdauern auf Halden die Zeit.

Der Nabu hat bereits begonnen, das nördliche Ohreufer zu renaturieren, aber das ist nur ein winziger Lichtblick.

Eckard Mohaupt sieht in diesem Gebiet viel größeres Entwicklungspotenzial. "Hier könnte ein Park von Bürgern für Bürger im Stil englischer Landschaftsgärten gestaltet werden", sagt er. Um diese Vision umzusetzen, hat er zusammen mit sieben weiteren Mitgliedern den Verein "Ohre-Bürgerpark" gegründet. Demnächst sollen weitere Mitstreiter gewonnen werden.

Mohaupt möchte 2014 beginnen, sieht aber noch genug Arbeit für nachfolgende Generationen. Ginge es nach seinen Vorstellungen, würden zuerst die ungenutzten Garagen am Ohreufer abgerissen werden. Anschließend sollen alle weiteren Garagen im Komplex zwischen Schwimmbad- und Fabrikstraße fallen, die nicht mehr genutzt sind. Dann wäre nach seiner Meinung Zeit reif, die Ohrepromenade zu verlängern. Schwimmbad, Tennisplatz und Kleingärten sollen in das Gesamtkonzept des Bürgerparks integriert werden.

Die Ohrepromenade soll soweit führen, bis der Fluss auf einer Brücke überquert werden kann und der Weg weiter zur Elbeuer Wassermühle führt. "Ein ganzer Mühlenrundweg könnte entstehen", schwärmt Eckard Mohaupt, "die Jersleber Herrenmühle, Auerbachs Mühle und die Colbitzer Mühle könnten integriert werden."

An der südlichen Seite der Ohre, in Richtung Elbeu, könnte nach den Vorstellungen Mohaupts ein offener Landschaftspark mit Teich, Wegen und Bepflanzungen entstehen.

Der schnellen Verwirklichung dieser Träume stehen jedoch Eigentumsverhältnisse und der Hochwasserschutz entgegen. "Eine Brücke über die Ohre zu bauen, kann ein Riesenproblem werden", sagt Kreisdenkmalpfleger Erhard Jahn, " wir müssen auch an den Hochwasserschutz denken." Schließlich sind diese Flächen bei ansteigendem Ohrepegel regelmäßig durchnässt.

Siegfried Bärhold, Geschäftsführer der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft, verweist auf das in Arbeit befindliche Stadtentwicklungskonzept. "Die Ideen des Vereins sollten integriert werden", so Bärhold, "damit nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht."

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