Nach dem Weggang beider Sozialarbeiter wird der Jugendclub vom Verein weitergeführt. Der hat am 15. Februar einen neuen Vorstand gewählt und hofft, dass ab 1. April wieder eine hauptamtliche Sozialarbeiterin vor Ort ist.

Wolmirstedt l Der neue Vorstand des Jugendclubs möchte künftig noch enger mit der Stadt und mit den Schulen zusammenarbeiten. "Wir hoffen, dass wieder mehr Jüngere zu uns kommen", sagt Schriftführer Denny Jänecke (32). Derzeit treffen sich in der Burgstraße vor allem Studenten und junge Leute, die bereits eine Ausbildung absolvieren. "Viele sind mit 15 oder 16 Jahren hierhergekommen und verbringen seither viel Zeit miteinander", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Keven Kirschner (26), "da ist es für Neue schwer, in die gewachsenen Strukturen hineinzukommen." Diese Strukturen sollen aufgebrochen werden. "In den Schulen wollen wir für unsere Angebote werben", so Keven Kirschner.

Die Möglichkeiten im Jugendclub sind vielfältig. Das Haus ist groß, ein Billardtisch und ein Tischkicker finden Platz. Wer nichts tun möchte, ist auch gern gesehen. "Viele kommen hierher, um gemeinsam zu chillen", sagt Denny Jänecke. Chillen bedeutet entspannen, und das ist spätestens an den Barabenden vorbei. Die gelten als einer der Höhepunkte im Clubleben. Weiterhin stehen die Sporthallen der Stadt zu bestimmten Zeiten für Volleyball oder Fußballspiel zur Verfügung. Und es gibt in der Burgstraße einen Probenraum, der vor allem an den Wochenenden von zwei Bands genutzt wird. "Außerdem haben wir gerade eine neue Küche bekommen", sagt Denny Jänecke, "wir wollen künftig Kochprojekte anbieten."

Bei solcherlei Ankündigungen springen die Jugendlichen nicht vor Begeisterung aus dem Sessel, wissen die beiden Vorstandsmitglieder, aber sobald jemand anfängt beispielsweise Plätzchen zu backen, gesellen sich mindestens sechs Jugendliche dazu.

Auf ein anderes Projekt freut sich Denny Jänecke geradezu bärig. "Zusammen mit der Fachschule für Sozialpädagogik wollen wir ein Musikprojekt starten." Trommeln und Gitarren sollen die Hauptrolle spielen und auf dem Hoffest soll es das erste Konzert geben.

Das Hoffest gehört zusammen mit dem Ehemaligentreffen und "Rock auf der Burg" auf der Freilichtbühne zu den drei clubeigenen Großveranstaltungen, die auch in diesem Jahr wieder stattfinden sollen.

Momentan sitzen der Philosophiestudent Keven Kirschner und Denny Jänecke, der als Betreuer bei der Lebenshilfe arbeitet und demnächst eine Qualifizierung beginnen will, allerdings oft am Schreibtisch des Clubs. Sie kümmern sich unter anderem um Abrechnungen, die Überweisung der Miete an die Stadt, um die Kontakte zum Jugendamt und haben auch die Bewerbungsgespräche mit den Sozialarbeitern geführt. "Wir haben uns für eine junge Frau entschieden und ich hoffe, dass sie am 1. April anfangen kann", sagt Denny Jänecke.

Ehrenamtlich sei die Verwaltungsarbeit auf Dauer allein nicht zu bewältigen, sind sich Denny Jänecke und Keven Kirschner einig. Auch Vereinsvorsitzende Antje Prilloff ist beruflich stark eingebunden und findet wenig Zeit. Die Stadt stellt deshalb ab 1. März amtliche Hilfe zur Verfügung. Nico Schmidt, der lange im Jugendclub gearbeitet hat, wird neben seiner Tätigkeit im Hort dort wieder als Jugendkoordinator tätig sein.

Zum Wolmirstedter Jugendclub gehören rund 40 Jugendliche, die sich in der Burgstraße in Elbeu oder Mose treffen. Elbeu gilt als Außenstelle des Wolmirstedter Clubs, der Jugendclub "Bulk" in Mose ist ein eigener Verein, wird aber von Wolmirstedt aus verwaltet.