Die Barleber Kirche wird sich in den kommenden Jahren verstärkt dem Tourismus in der Region öffnen. Der erste Schritt ist mit dem neuen Kirchencafé getan, das ab dem 5. April allen Besuchern offen steht.

Barleben l Die Fachleute sprechen vom Multifunktionsraum. In Barleben aber hat sich längst der Name "Kirchencafé" eingeprägt, das morgen, 14 Uhr, offiziell eingeweiht wird. Und die ersten Gäste, die das neue Café in der Kirche St. Peter und Paul nutzen, sind die Mitglieder des Fördervereins Bau und Kultur im Kirchspiel Barleben, die zur Vollversammlung einladen.

Nicht ohne Grund: Der Verein brachte 2008 die Sanierung erst auf den Weg. Bis 2012 konnte der Dachstuhl über Spenden und Patenschaften vom Kirchenschiff und den Sakristeien umfassend saniert und neu eingedeckt werden.

"Das war die Grundvoraussetzung für die weiterführenden und dringend notwendigen Arbeiten an den Fassadenflächen, dem Kirchturm sowie im Inneren der Kirche selbst", erläuterte die Freie Architektin Sina Stiebler. "Wo morgen das neue Kirchencafé zu einem Tag der offenen Tür allen Besuchern offen steht."

Bis dahin aber war es ein hartes Stück Arbeit. Denn die Emporenkonstruktion bedurfte, aus holzschutztechnischer und statischer Sicht, zuvor dringend einer Sanierung. Nach Aussagen der Architektin war die in die Jahre gekommende Konstruktion in einem sehr desolaten Zustand. "Das hieß konkret, die lastableitenden Stützen waren ungenügend gegründet und teilweise stark querschnittsgeschwächt. Die Bodenflächen lagen partiell offen", so Stiebler, "so wirkte der gesamte Raumeindruck auf den Betrachter regelrecht erdrückend."

Das ist nun Geschichte. Durch Rückbau überflüssiger Hilfskonstruktionen, der fachgerechten Gründung der Stützenfüße sowie der Umverlegung des Emporenzugangs entstand ein großzügiger Kirchenbereich unterhalb der Orgelempore. Mit dem Einbau einer rahmenlosen Glastrennwand wurde ein kleiner, temperierter Raum geschaffen, der multifunktional nutzbar ist - als Kirchencafé, für Feierlichkeiten im Anschluss an liturgische Veranstaltungen oder als Winterkirche.

Die Neuausrichtung ist gewollt. Mit diesem Schritt wird das Konzept der Kirchengemeinde hin zur "Offenen Ausflugs- und Begegnungskirche" im ersten Teilbereich erlebbar gemacht. "Die baulichen Voraussetzungen der barocken Kirche sowie die Akustik hatten letztlich den Anstoß gegeben, den Schritt zu gehen", betont Stiebler. Und der sakrale Bau in Barleben wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärkt dem Tourismus öffnen. Darin sieht nicht nur der Kirchenförderverein für die Zukunft einen Prestigegewinn.

Dafür muss weiter saniert werden. Bis 2015 ist es erforderlich, die Tragkonstruktion des Kirchturms und des Glockenstuhles zu stabilisieren. Außerdem ist der Turmhelm schnellstmöglich vor dem Absturz zu sichern. Angedacht ist auch, die Fassaden von Kirchturm und Kirchenschiff grundhaft zu sanieren.