Die Maifeier der Kalikumpel am Tag der Arbeit wird traditionell in Wolmirstedt gefeiert. Auch gestern kamen wieder Hunderte Menschen in die Museumsscheune auf die Schlossdomäne.

Wolmirstedt l Die Schlossdomäne wurde gestern von den rotweißen Farben der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) dominiert. Michael Knackmuß, Betriebsratsvorsitzender der Zielitzer Kali-AG und damit Gastgeber der Veranstaltung, rechnete im Vorfeld mit weit über 500 Teilnehmern zur Maifeier in der Museumsscheune.

Und die kamen gestern den Tag über auf alle Fälle. Die meisten der Kalikumpel mit Kind und Kegel. Denn geboten wurde einmal mehr eine gesellige Maifeier für die ganze Familie. Trotz des grauen Frühlingswetters blieben viele Gäste vor der Tür, denn auch dort wurden sie bestens versorgt und unterhalten, denn die Musik drang ins Freie. Wo die Mitglieder des Wolmirstedter Kanuvereins sich mit den Jüngsten beschäftigten. Sie hatten dafür eine Malstraße aufgebaut und zahlreiche Geschicklichkeitsspiele mitgebracht.

Die Maifeier der Kalikumpel selbst aber wird stets mit dem Steigerlied "Glück auf, der Steiger kommt" in der Museumsscheune eröffnet. Das war auch diesmal nicht anders. Die Blaskapelle aus Grasleben gab dabei den musikalischen Takt vor.

Doch trotz aller Unterhaltung, der 1. Mai ist und bleibt der Tag der Arbeit. Das vergessen vor allem die Kalikumpel nicht. So mahnte Michael Knackmuß in seiner kurzen Ansprache an, dass jeder Kali-Kumpel doch von seinem Wahlrecht am 25. Mai Gebrauch machen soll, "denn mit der richtigen Wahl, können wir über unsere berufliche Zukunft mitentscheiden". Dann erinnerte er daran, dass Kali bundesweit ein Sparpaket von über 500 Millionen Euro schnüren muss, "was nicht ohne Einbußen gerade bei den Personalkosten von statten gehen wird. In Zielitz aber werden wir als Gewerkschaft darum kämpfen, dass die ,Befristeten` an Bord bleiben und die Auszubildenden nach ihrer Lehrzeit durch das Unternehmen übernommen werden".

Der neue Betriebsratsvorsitzende nutzte die Bühne in der Museumsscheune aber auch, um seinem Vorgänger Klaus Krüger für seine erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren zu danken. Eine Herzenssache war es ihm, daran zu erinnern, dass trotz des Feiertages nicht alle Kumpel auf der Schlossdomäne dabei sein können: "Wir hatten auf dem Schacht eine technische Havarie, können deshalb das gewonnene Salz nicht in den ausreichenden Mengen fördern. Das heißt, trotz des freien Tages sind über 90 Bergleute unter Tage, um den Schaden zu beheben."

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