Ab sofort können Bürger Ideen, Hinweise und Beschwerden über das Internet an die Verwaltung senden. Dazu wurde gestern der Sachsen-Anhalt-Melder auf der Homepage der Stadt Wolmirstedt freigeschaltet.

Wolmirstedt l Auf der Homepage der Stadt Wolmirstedt ist ab sofort oben links der Sachsen-Anhalt-Melder angezeigt. Dahinter stehen die drei Buchstaben SUE. Die stehen für "Sag´s uns einfach". Das ist bei diesem Sachsen-Anhalt-Melder durchaus wörtlich zu nehmen, denn über diesen Schalter können Bürger Mängel und Belästigungen online an die Verwaltung melden.

"Das ist eine moderne Art des Beschwerdemanagements", erklärt Dirk Illgas, Fachdienstleiter Ordnung und Sicherheit im Wolmirstedter Rathaus. Sobald ein Anliegen übers Internet in den Amtsstuben eingegangen ist, können Bürger über ein Ampelsystem den Stand der Bearbeitung verfolgen. Rot bedeutet, die Mitteilung ist eingegangen, Gelb sagt, das Anliegen wird bearbeitet und Grün heißt "erledigt".

Im Sachsen-Anhalt-Melder gibt es fünf Kategorien von Beschwerden. Die Bürger können auswählen, ob sie eine Lärmbelästigung oder Ruhestörung anzeigen möchten, defekte Verkehrszeichen, Gehwegschäden, verbotswidrig abgelagerte Abfälle oder eine Straßenbeleuchtungsstörung. Diese Meldungen landen entweder im Bau- oder im Ordnungsamt. Damit die Beschwerde ordentlich bearbeitet werden kann, muss der Nutzer seinen Namen angeben sowie die Adresse der Defekte oder Störungen.

"Diese Meldungen können auch vom Tablet oder Smartphone gesendet werden", erklärt Jörg Rudowski, Projektleiter und IT-Referent in Sachsen-Anhalts Innenministerium. Damit können Bürger beispielsweise lose Gehwegplatten direkt vor Ort fotografieren und den Schaden an die Stadtverwaltung senden. Sobald die gemeldeten Anliegen von der Verwaltung erfasst wurden, erscheinen sie auf einer Landkarte. So kann jeder sehen, ob sein Problem bereits von anderen angezeigt wurde.

Der Sachsen-Anhalt-Melder läuft bis zum Jahresende als Pilotprojekt. Nach Genthin, Halle, Magdeburg, Mücheln und Schkopau ist Wolmirstedt die sechste Kommune, die daran teilnimmt. "Die technischen Vorraussetzungen waren in Wolmirstedt vorhanden", bestätigt Jörg Rudowski. Die Teilnahme am Sachsen-Anhalt-Melder ist für die Stadt kostenlos. Auch nach der Pilotphase fallen keine Lizenz- oder Pflegekosten an.

Für Dirk Illgas kommt der Sachsen-Anhalt-Melder wie gerufen. "Wir haben schon viele Möglichkeiten geprüft, mit denen die Bürger dem Rathaus online mitteilen können, ob etwas repariert werden muss."

Jörg Rudowski blickt in die Zukunft "Wir wollen diesen Melder womöglich auch noch mit dem Landkreis vernetzen. Dann werden gleich mehrere Zuständigkeiten abgedeckt."