Ungeduldig drängen Niederndodeleber Bürger auf die Errichtung von anonymen Urnenbegräbnisstätten ("Grüne Wiese") auf ihren beiden Friedhöfen. Das Bauamt verspricht: Es wird sich 2014 etwas tun.

Niederndodeleben l Karin Zachau ist frustriert. "Für alles Mögliche werben die Kandidaten für den Gemeinderat auf ihren Flyern. Ich kann die Ziele vom Straßenbau bis zur Kinderbetreuung auch alle verstehen, aber ich vermisse nach wie vor Aussagen zu den von vielen älteren Niederndodelebern seit Jahren geforderten anonymen Begräbnisstätten auf unseren Friedhöfen. In allen anderen Ortschaften gibt es seit Langem diese Möglichkeit."

Beide Vorhaben werden 2014 "definitiv" ungesetzt

Karin Zachau macht sich Sorgen: "Ich bin in Schnarsleben (früher selbstständiger Ortsteil - Anm.d.Red.) geboren, liebe mein Dorf über alles und möchte hier auch begraben werden. So geht es vielen Schnarslebern. In Niederndodeleben ist das nicht anders. Heutzutage ziehen die Kinder aus verschiedenen Gründen weit weg, die Bestattungskultur verändert sich. Ich möchte meine ewige Ruhe in einer stets gepflegten Anlage finden und auf dem Friedhof nicht verkrauten. Seit Jahren bemühen wir uns um die grünen Wiesen. Doch ich höre nichts mehr davon. Wir haben Unterschriften gesammelt und an den Gemeinderat übergeben. Wann werden unsere Sorgen endlich ernst genommen?"

Ein Blick in den jüngst beschlossen Nachtragshaushalt der Gemeinde Hohe Börde dürfte Karin Zachau besänftigen. Denn auf der Investitionsliste des Nachtrags 2014 stehen sowohl für den Schnarsleber als auch für den Niederndodeleber Friedhof je 15000 Euro für die Errichtung (Schnarsleben) bzw. die "würdevolle Neugestaltung" (Niederndodeleben). "Der Gemeinderat hat den Haushalt beschlossen. Wir erwarten demnächst die Genehmigung des Nachtragshaushalts durch die Kommunalaufsicht. Dann wird der Nachtrag veröffentlicht und das Geld kann fließen", erklärte Chef-Kämmerin Uta Saager.

Sebastian Mund vom Bauamt der Hohen Börde erklärte entschlossen: "Die Neugestaltung bzw. Errichtung der anonymen Begräbnisstätten auf beiden Friedhöfen kommt definitiv. Die Finanzierung ist auf den Weg gebracht. Anfang Mai haben wir uns mit Ortsbürgermeister Wolfgang Schmid, Pfarrer Peter Herrfurth, Doris Schwietzer und drei weiteren Dorfbewohnern vor Ort getroffen, uns mit dem Landschaftsarchitekten Wolfram Westhus ein Bild gemacht und die Gestaltungspläne besprochen. Bis Mitte Juni wird der Landschaftsarchitekt seine Entwürfe vorlegen. Sind der Nachtragshaushalt genehmigt und die Pläne bestätigt, können wir beginnen. Ich rechne damit für Anfang Juli."