Vor mehr als 20 Jahren ist die Idee des gemeinsamen Gottesdienstes mehrerer Kirchengemeinden erstmals in Colbitz umgesetzt worden. Und auch diesmal kamen viele Gläubige an der Mühle zusammen.

Colbitz l Kurz vor 10 Uhr läuteten am Himmelfahrtstag an der Mühle zwischen Colbitz und Lindhorst die Glocken. Es waren die Colbitzer Glocken, doch die Klänge kamen aus dem Lautsprecher und überstimmten das Original im Ort. Doch ihrer Aufgabe wurden sie allemal gerecht: Sie kündigten den Gottesdienst an, der im Zelt Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden nördlich von Wolmirstedt vereinte. "Wir haben das Geläut der Colbitzer Kirche einmal während eines Rundfunkgottesdienstes aufgezeichnet", erklärte der Colbitzer Pfarrer Dieter Kerntopf.

Er selbst hatte in dem Gottesdienst diesmal keine tragende Rolle, denn die Pfarrer wechseln sich für den Himmelfahrts-Gottesdienst mit der Vorbereitung und Durchführung ab. Und das funktioniert schon seit Jahren gut. Angefangen hat alles 1991 im Heidecamp und seit 1998 treffen sich die Gläubigen alljährlich am Himmelfahrtstag am Fuße der Colbitzer Bockwindmühle. Eine Symbiose, die sich bewährt hat, wie Pfarrer Dieter Kerntopf sagte. Denn die Mühle, die auch am Donnerstag wieder zur Herrentagssause mit Gegrilltem, Kuchen, Brot und allerlei Getränken einlud, profitierte auch von den Gottesdienstbesuchern, die gern noch ein bisschen verweilten.

Um die Gestaltung des Gottesdienstes kümmerten sich diesmal Pfarrerin Christa Kohtz aus Angern und Gemeindepädagogin Gabriele Küster, die verantwortlich für die Region Nord des Kirchenkreises Haldensleben - Wolmirstedt ist. Beide luden die Gäste zu einer nicht alltäglichen Reise ein - zu einer Reise in den Himmel. Doch so richtig wussten nicht einmal Christa Kohtz und Gabriele Küster, wo die Reise enden wird. Und auch Ortrun Horstmann, Jacqueline Fitsch und Sven Widdecke, die in Sketchen Episoden des Alltags nachstellten, waren ratlos und für alle Überraschungen offen.

Was ist wohl der sprichwörtliche "Himmel auf Erden"? Die Vorstellungen waren recht unterschiedlich, mal war es die Tasse Kaffee am Morgen, der Gottesdienst, mal das Kind auf dem Schoß oder auch die Geborgenheit allgemein. Und auch hinter der Himmelstür erwarteten die Gottesdienstbesucher einiges, so auch Licht und ein grenzenloses Ich-Sein. Und so mancher wird wohl auch nach dem Ende des Gottesdienstes nach der Antwort auf diese Fragen gesucht haben.

 

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