Sommerloch, das ist in der Kreativwerkstatt "Selma" selbst in der Ferienzeit kein Thema. Immer mittwochs treffen sich die Hobbykünstler unter der Anleitung von Renate Seidel im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne.

Wolmirstedt l "Sommerloch? Nein, das kennen wir nicht. Unser Hobby bietet uns das ganze Jahr über Themen ohne Ende!" Renate Seidel, Chefin der Kreativwerkstatt "Selma", kann bei dieser Fragestellung nur mit dem Kopf schütteln. "Selbst jetzt in der Urlaubszeit, wo der eine oder andere passen muss, treffen wir uns regelmäßig im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne, um zu malen."

Und so standen gestern Vormittag mit der Chefin immerhin vier Hobbymaler an der Staffelei. Den Tag über waren es dann knapp 20, "denn mittwochs finden in der Regel vier Kurse statt", erläutert Renate Seidel und gewährt einen Blick in das Atelier.

Ob nun Stillleben, Porträts oder Landschaften, die gesamte Spannbreite der Malerei tut sich hier dem Betrachter auf. Was sich dem Besucher aber nicht gleich auf den ersten Blick erschließt, ist, warum die Kreativwerkstatt den vielsagenden Namen "Selma" trägt.

Der Name "Selma", so halten sich in der Ohrestadt hartnäckig Gerüchte, soll auf den Vornamen einer der beiden Großmütter von Renate Seidel zurückgehen, was selbst von den Zirkelmitgliedern anfangs bezweifelt wurde. "Das ist aber absolut richtig", erklärt die 60-Jährige, und das nicht zum ersten Mal. Von den beiden Frauen, Hedwig und Selma, so meint die Zirkelleiterin, hätte sie auch das Talent.

Übrigens, den Namen "Selma" tragen die Werkstätten in der Kreisstadt Haldensleben und in Wolmirstedt, die beide von Renate Seidel angeleitet werden. Ein exakte Zahl der Mitglieder kann die engagierte Künstlerin nicht sagen. "Ich denke aber, so zwischen 20 und 30 werden es sein, die sich allein in Wolmirstedt im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne treffen." Wie sich Renate Seidel noch gut erinnern kann, war es zunächst ein reiner Malzirkel, "und es haben seit 2000 viele Interessierte aus Haldensleben, Colbitz, Samswegen, Flechtingen oder Wolmirstedt das Malen bei mir gelernt."

Die Allererste (und damit Gründungsmitglied), die seinerzeit bei Renate Seidel, die damals noch ihr Atelier in der Schwimmbadstraße hatte, vorsprach, war Martina Cohnert aus Gersdorf. "Ich erinnere mich genau, wie sie das erste Mal vorbeischaute und ihr Interesse zeigte. Und bis heute hat die Gersdorferin durchgehalten, sich dabei vor allem der Aquarellmalerei verschrieben."