Lernen einmal anders. Das hielt die Schule gleich nach den Ferien für die Niederndodeleber Grundschüler bereit. Ein Zirkusprojekt inklusive Auftritten vor großem Publikum stand auf dem Stundenplan.

Niederndodeleben l Weniger Lesen, Schreiben und Rechnen standen in der ersten kompletten Schulwoche nach den Sommerferien in der Niederndodeleber Grundschule im Mittelpunkt. Viel mehr haben die 125 Mädchen und Jungen der ersten bis vierten Klasse unter Beweis gestellt, dass sie auch Talent als Zirkuskünstler haben. Eine Woche lang war der Projektcircus Hein zu Gast.

Dennoch, so sagt die amtierende Schulleiterin Ellen Schöndube, hatten die Kinder eigentlich nicht viel Zeit, um sich an die Zirkusluft zu gewöhnen. Lediglich der Montag konnte komplett zum Üben genutzt werden. Am Dienstag ging es bereits zur Kostüm-anprobe, denn die Erst- bis Viertklässler wollten ja bei ihren Galaauftritten vor großem Publikum wie richtige Zirkuskünstler aussehen. Schon bei der Generalprobe am Mittwochvormittag stieg das Lampenfieber, dennoch scheuten die kleinen Zirkuskünstler den Auftritt vor Eltern und Großeltern, Geschwistern und anderen interessierten Zuschauern nicht. Besonders zu den beiden Galavorstellungen am Abend war das Zirkuszelt bis auf den letzten Platz besetzt.

Trotzdem war es mucksmäuschenstill, als sich der Vorhang öffnete und es hieß "Manege frei". "Wenn Sie tolle Tierdressuren und Artisten erwarten, bei Ihren Kindern und Enkelkindern sind Sie goldrichtig", weckte Benjamin Hein von der Projektcircus-Familie Hein die Neugier. Und er versprach nicht zuviel. Die Niederndodeleber Grundschüler hatten sich hochkonzentriert an die Arbeit gemacht und innerhalb kürzester Zeit ihre Darbietungen einstudiert. Ihr Motto: "Kunststücke gelingen - Freude bringen". Während sich einige beim Zaubern versuchten, stolperten andere als Clowns durch die Manege. Ihr Talent im Umgang mit Tieren zeigten einige beispielsweise bei der Ziegendressur, während andere in der Rolle von Fakiren und Schlangentänzerinnen in den Orient entführten.

Der Applaus war sicher

Grazil tanzten Mädchen über das Seil, bevor andere bei der Jonglage volle Konzentration zeigten. Als am Höhepunkt der Show zwei Schüler am Trapez durch das Zelt schwebten, stockte manchem der Atem. Aber zum Schluss war allen - auch den "Lehrern" vom Projektcircus Hein - ein tosender Applaus sicher. "Die Kinder konnten vorher sagen, welche Rolle sie gern im Zirkus übernehmen würden, und wir konnten alle Wünsche erfüllen", blickt Ellen Schöndube noch einmal auf die Vorbereitung zurück.

Und für die Lehrer steht schon heute fest: In vier Jahren, nämlich dann, wenn wieder komplett andere Schüler die Schule besuchen, wird es wieder ein Zirkusprojekt geben. Dann ist es das dritte derartige Projekt in der Niederndodeleber Grundschule. Bereits vor vier Jahren gastierte der Projektcircus Hein in der Sporthalle und bereitete den damaligen Grundschülern viel Spaß.

 

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