Die Interessengemeinschaft Innenstadt macht sich stark. Mit einem gemeinsamen Gutschein wollen sie Bürger ermutigen, genauer auf das lokale Geschäftsangebot zu schauen. Die Verwaltung unterstützt diese Aktion.

Wolmirstedt l Einkaufen in Wolmirstedt, das sei "`ne jute Idee". Davon sind die Mitglieder der Interessengemeinschaft Innenstadt fest überzeugt und verkünden diesen Slogan auf ihrem brandneuen Gutschein. Der zeigt drei Damen, die diese "jute Idee" bestätigen. "Wir wollten den Gutschein bewusst liebevoll, witzig und in der Wolmirstedter Mundart gestalten", sagt Andreas Lücke, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Innenstadt.

Der Gutschein ist eine Gemeinschaftsaktion, die es so in der Innenstadt bisher noch nicht gegeben hat. "Wir wollen damit auf die Einkaufsmöglichkeiten aufmerksam machen, die Wolmirstedt bietet. Wir haben hier schließlich eine sehr große Bandbreite."

Die ist auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erkennen, deshalb soll auf das Querbeet-Angebot an Geschäften und Dienstleistungen aufmerksam gemacht werden. Bisher beteiligen sich 16 Geschäfte, darunter Gaststätten oder Anbieter von Gesundheitsleistungen, an der Gutschein-Aktion. Die Beteiligten sind an einem Flyer im Schaufenster zu erkennen.

Das Prinzip funktioniert so wie in großen Einkaufstempeln der Landeshauptstadt. Der Gutschein kann in einem der beteiligten Geschäfte erworben werden und in jedem beliebigen beteiligten Geschäft eingelöst werden.

Die Idee ist in einer gemeinsamen "Spinnstunde" mit Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) auf den Tisch gekommen, wurde von den Innenstadthändlern im Auge behalten, konsequent umgesetzt und beim "Fest der Nachbarn" erstmals öffentlich vorgestellt. Auch der Bürgermeister setzt auf Regionalität und will das Angebot in Anspruch nehmen. Die Gutscheine sollen von der Verwaltung zu Jubiläen verschenkt werden.

"Ne jute Idee" sei so ein Gutschein auch deshalb, sagt Andreas Lücke, "weil wir in einer Zeit leben, in der die Leute alles haben. Mit dem Gutschein kann ein Beschenkter selber entscheiden, ob er essen gehen oder in eine neue Brille investieren will."

Die Belebung der Innestadt ist immer wieder Thema öffentlicher Diskussionen. Die im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes durchgeführte Haushaltsbefragung hat ergeben, dass die Befragten die Entwicklung der Fußgängerzone als größten Misserfolg der Stadtentwicklung sehen. Für einen Einkaufsbummel nutzen nur 19 Prozent der Befragten den Stadtkern, 71 Prozent bummeln außerhalb Wolmirstedts.

Auch in der offenen Leitbildwerkstatt am vergangenen Sonnabend (Volksstimme berichtete) wurde die Belebung der Innenstadt in der obersten Priorität der Stadtentwicklung angesiedelt und ein Innenstadtmarketing gefordert. Bis es soweit ist, helfen sich Händler und Verwaltung selbst.

Astrid Eichel, im Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig, hat diese Entwicklung im Blick und freut sich über jedes Geschäft, in das wieder Leben einzieht. Sie hofft, dass es durch gezielte Akquise und direktes Ansprechen demnächst noch weiteren Zuspruch gibt.

Die Interessengemeinschaft Innenstadt will noch viel mehr Geschäfte an der Gutschein-Aktion beteiligen. Am Dienstag, 18. November, um 18.30 Uhr soll es eine Info-Veranstaltung im Bürgerhaus geben.