Die Machbarkeitsstudie für noch schnelleres Internet in der Hohen Börde ist vollendet. Wenn sich der Gemeinderat im Dezember mit der Machbarkeitsstudie beschäftigt, können weitere Etappen des Internetausbaus bestimmt werden.

HoheBörde (car) l Die Erstellung dieser öffentlich geförderten Studie ist der erste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des NGA-Projektes. NGA steht für das Bundesprogramm Next-Generation-Access (zu deutsch: die nächste Generation des Internetzugangs).

Zu den Inhalten der Machbarkeitsstudie gehören die Ermittlung des Zustands des gegenwärtig bestehenden Telekommunikationsnetzes in der Gemeinde, die Feststellung der konkreten Bedarfe von Privatbürgern und von Unternehmen im ländlichen Raum sowie die Untersuchung potenzieller Erschließungsmöglichkeiten für superschnelle Internetverbindungen in allen Ortschaften der Gemeinde. Ziel ist eine möglichst effektive Umsetzung superschneller Internetverbindungen und das flächendeckend. Das erklärte der Telekommunikationsexperte Prof. Dieter Schwarzenau, den die Gemeinde für die Studie beauftragt hatte, jüngst während eines sogenannten Breitband-Gipfels der Gemeinde.

Für den Fall, dass sich die in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Umsetzungsvarianten für private Telekommunikationsunternehmen nachweislich nicht rechnen, also ein sogenanntes "Marktversagen" eintritt, will der Staat mit Fördermitteln die Breitband- erschließung im ländlichen Raum unterstützen.

Landesweit sollen bis zum Jahr 2018 flächendeckend Internetgeschwindigkeiten von 50 Mbit pro Sekunde ermöglicht werden. Dafür sollen Fördermittel in Höhe von 100 Millionen Euro bereitstehen.

Während des Breitband-Gipfels lotete Prof. Schwarzenau Rahmenbedingungen für die öffentliche Förderung und die konkrete praktische Umsetzung des Internetausbaus in der Hohen Börde aus. Auch erste vorläufige Kostenschätzungen wurden diskutiert. In der Gesprächsrunde saßen neben Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel Vertreter der in der Gemeinde tätigen Telekommunikationsunternehmen, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Verwaltungsmitarbeiter sowie Theo Struhkamp, der in der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt zuständige NGA-Fachmann.

Im Dezember will der Gemeinderat die Machbarkeitsstudie bestätigen. Damit ist der Weg frei für weitere Etappen der Umsetzung. Der zweite Schritt wäre eine für 2015 geplante Markterkundung für das gesamte Gemeindegebiet. Dabei wird abgefragt, ob ein Telekommunikationsunternehmen in den nächsten drei Jahren ohne öffentliche Förderung ein Hochleistungsnetz errichten würde. Wenn sich kein Telekommunikationsunternehmen auf die Marktkonsultation meldet, kann von einem Marktversagen ausgegangen werden.

Daraufhin könnte Schritt drei - das Ausschreibungsverfahren zur Suche eines Netzbetreibers, der mit öffentlichen Fördermitteln ein Hochleistungsnetz aufbaut - eingeleitet werden. Neben den öffentlichen Fördermitteln müsste sich auch die Gemeinde an den Baukosten beteiligen. Bisher ist von 320000 Euro Eigenanteil die Rede.