Ein bayerisches Unternehmen plant, in Jersleben eine Photovoltaikanlage zu bauen. Schon 2012 hatte der Gemeinderat sich grundsätzlich für ein solches Vorhaben ausgesprochen. Der damalige Interessent zog sich jedoch wieder zurück.

Jersleben l Bleibt der neue Interessent - eine Firma aus Bayern - am Ball und der Gemeinderat der Niederen Börde einverstanden, könnte in Jersleben im Oktober 2015 eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen werden. Entsprechende Pläne stellte Projektleiter Oliver Partheymüller während der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Demnach solle der geplante Solarpark auf einem stillgelegten Teil des Kieswerkes südlich von Jersleben auf einer Fläche von etwa 14 Hektar entstehen. "Für Photovoltaikbauer ist der Standort - eine Sonnenregion - attraktiv", sagte Oliver Partheymüller.

Weil der Bau der Anlage ein Eingriff in die Natur ist, sei die bauführende Firma verpflichtet, sogenannte Ausgleichmaßnahmen zu schaffen. "Es sollen zum Beispiel Streuobstwiesen angelegt und Hecken gepflanzt werden, auch als Sichtschutz. Außerdem würden wir das Gelände auch Imkern zur Verfügung stellen", informierte der Projektleiter.

Die einzelnen Solaramodule sollen unter freiem Himmel so aufgestellt werden, dass sich die Natur darunter hindurch ihren Weg bahnen kann. Zweimal im Jahr würde gemäht werden. Die ganze Anlage solle zudem mit einem Zaun in 15 Zentimetern Höhe eingefriedet werden, um Kleintieren Durchgang zu gewähren. Weiterhin solle sie für schulpädagogische Zwecke genutzt werden und weder Geräusche noch Schadstoffe erzeugen.

Das Gelände, auf dem der Solarpark errichtet werden soll, ist in Privatbesitz. Dennoch, erklärte Oliver Partheymüller, liege die Planungshoheit bei der Gemeinde. "Ohne Ihren positiven Aufstellungsbeschluss ist das Projekt nicht zu bewältigen", sagte er. Pachten wolle die Firma das Gelände für 20 Jahre - mit der Option, zweimal für jeweils fünf Jahre zu verlängern. Nach zehn Jahren würde die Anlage Gewinn bringen, an dem auch die Gemeinde beteiligt werden würde.

Mit dem durch Sonnenenergie gewonnenen Strom in Jersleben könnten laut Projektleiter 1800 Haushalte versorgt werden. Neben einer Hochspannungsleitung befinde sich ein 30-Kilowatt-Spannungsnetz ganz in der Nähe. Ob dieses genutzt werden könnte, werde derzeit geprüft. Durch die umweltschonendere Energiegewinnung sollen mehr als 4000 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr eingespart werden.

Wie Gemeinderatsvorsitzender Burkhard Wohlfarth (CDU) auf Volksstimme-Nachfrage erklärte, müsse die interessierte Firma nun alle notwendigen Baugenehmigungen einholen, anschließend müsste der Gemeinderat einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss fassen. Bereits 2012 hatte der Gemeinderat dem Antrag einer anderen Firma im Grundsatz zugestimmt, auf dem Areal eine Photovoltaikanlage zu bauen. Der Interessent hatte sich jedoch wieder zurückgezogen.