Beim CDU-Neujahrsempfang in Ebendorf stand der 1050.Geburtstag der Ortschaft im Mittelpunkt. In der Rede von Holger Stahlknecht war auch die Pegida-Bewegung Thema.

Ebendorf l Der traditionelle Neujahrsempfang des CDU-Ortsverbandes Barleben, der am Sonntag im Bürgerhaus in Ebendorf stattfand, stand ganz im Zeichen des Ortsjubiläums. Ebendorf wird in diesem Jahr 1050 Jahre alt. Zwar hat der Karnevalsverein ECC für 2015 das Motto "In Barleben ist das Geld nun alle. Ebendorf sitzt mit in der Pleitefalle" vorgegeben, aber das große Fest sieht Ortsbürgermeister und Bundestagsabgeordneter Manfred Behrens nicht gefährdet. Er setzt auf die zahlreichen Vereine und den "Stolz der Ebendorfer auf ihr schönes Dorf".

"Wir halten zusammen und wissen, wie man auch mit weniger Geld tüchtig feiern kann", sagte er und lud die über 120 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur zu den Jubiläumsveranstaltungen Mitte des Jahres ein. Auch weil die Gemeinde Barleben aus Kostengründen ihren Neujahrsempfang absagen musste, bot die Veranstaltung der CDU vielen Amtsträgern der umliegenden Gemeinden eine Bühne. Dazu zählten die Bürgermeister aus Wolmirstedt und Barleben, Martin Stichnoth und Franz-Ulrich Keindorff, sowie Steffi Trittel (Hohe Börde).

Kulturell umrahmt wurde der Empfang durch die Auftritte von Johann Berger und Torsten Kahler vom Zupforchester Dahlenwarsleben sowie der Tanzgruppe "Moonlight". Während die Musiker klassische Stücke von Vivaldi und Vito Ugolino zu Gehör brachten, tanzten die Mitglieder des OK-Live Ensembles Barleben-Wolmirstedt zu Michael Jacksons "Thriller" - ein Kontrastprogramm der besonderen Art.

Beim CDU-Neujahrsempfang fehlte auch der Blick auf die große Politik nicht. Dafür begrüßte Manfred Behrens den CDU-Kreisvorsitzenden und Innenminister des Landes, Holger Stahlknecht. Im nächsten Jahr wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Stahlknecht kritisierte, dass der Wahlkampf diesmal schon lange vor der Zeit begonnen hat. Als Grund sehe der Spitzenpolitiker die Bildung einer rot-rot-grünen Regierung in Thüringen, was auch hierzulande zu Begehrlichkeiten des politischen Gegners führe.

"Es ist nicht im Sinne der Wähler, wenn sich die Parteien gegenseitig das Leben schwer machen. Wir wurden für fünf Jahre gewählt, um das Land zusammen voranzubringen", sagte er. Und für seine Partei hat er den Anspruch: "Wir wollen gewählt werden, weil wir gut sind und nicht, weil die anderen schlecht sind." Großen Raum in seiner Rede nahmen die Bewegung Pegida und ihre Ableger ein. Einer Instrumentalisierung lässt sich nach Meinung Stahlknechts am ehesten mit Aufklärung begegnen. "Wir müssen den Menschen ihre Ängste nehmen."

Dazu gehöre zum Beispiel, über die Herkunft von Flüchtlingen zu informieren. Viele seien Christen. Insofern könne von einer "Islamisierung", gegen die die Pegida-Bewegung sich wendet, keine Rede sein. Andererseits sei die Zuwanderung wichtig, weil das Land einen Fachkräftemangel habe. Und von den Asylbewerbern müsse erwartet werden, dass sie sich integrieren und unsere Kultur respektieren. Dazu gehöre auch, dass sie die deutsche Sprache lernen. "Sozialer Frieden ist keine Einbahnstraße", betonte er. Aber Stahlknecht wehrte sich mit sehr deutlichen Worten auch dagegen, alle Pegida-Anhänger in die rechte Ecke zu stellen. "Das wäre falsch und fatal. Das kann nämlich dazu führen, dass sich manche gar nicht mehr trauen, ihre Meinung zu sagen. Und dann wären wir wieder da, wo wir bis 1989 waren", sagte er unter großen Beifall.

Wie in jedem Jahr wurden zum Neujahrsempfang der CDU auch besonders aktive Bürger geehrt. Mit herzlichen Worten bedankte sich Manfred Behrens bei Gerhard Wiersdorf, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Ebendorf und Fußball-Schiedsrichter, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte. Blumen bekam auch Peter Hiller, ein aktives CDU-und Ortschaftsratsmitglied in Meitzendorf.

Bilder