Im Stadtrat werden die Weichen für die Entwicklung Wolmirstedts gestellt. Im Vorfeld wird in den Ausschüssen um eine Willensbildung gerungen und das Ergebnis dem Stadtrat als Empfehlung weitergeleitet. Gudrun Billowie sprach mit Christina Laqua (SPD), der Vorsitzenden des Kultur- und Sozialausschusses, über die wichtigen Themen des Jahres.

Frau Laqua, womit wird sich der Kultur- und Sozialausschuss in den kommenden Monaten befassen?

Christina Laqua: Wir müssen uns dringend mit der Sportförderung beschäftigen. Dabei geht es auch darum, welche Sportstätten erhalten werden können.

Ebenso dringend ist die Unterbringung der Gutenberg-Grundschule zu klären. Diese Schule braucht unbedingt mehr Raum. Das ist zum einen den Bedingungen der offenen Schuleingangsphase geschuldet, zum anderen dem Platzbedarf der Gemeinschaftsschule, an der demnächst auch das Abitur abgelegt werden kann. Für beide wird es im Gebäude zu eng.

Wir verfolgen die Option, dass die Grundschule in das Gebäude der ehemaligen Harnisch-Schule zieht. Die Bedingungen dort wären für eine Grundschule ideal, schließlich war dort schon eineinhalb Jahre lang die Diesterweg-Schule untergebracht, als deren Gebäude umgebaut wurde.

Wir wollen dazu einen Beschluss erarbeiten, der im März in den Stadtrat kommt. Ziel ist es, dass die Gutenberg-Grundschule im neuen Schuljahr im Gebäude der ehemaligen Harnisch-Schule starten kann.

Zwei Vereinen wurden von der Stadt die Verträge gekündigt. Kommen auch alle anderen Vereinsverträge auf den Prüfstand?

Die Verträge müssen überprüft und gegebenenfalls den heutigen Standards angepasst werden. Wir wollen allerdings nicht alles sprengen und streichen, auch wenn wir in der Haushaltskonsolidierung sind.

Unabhängig von der vertraglich gebundenen Förderung können Vereine übrigens auch einen Antrag für außerordentliche Ausgaben stellen. Die Richtlinie über die Gewährung von Zuschüssen an gemeinnützige Vereine ist auf der Homepage von Wolmirstedt zu finden. Diese Anträge werden dann unter anderem im Kultur- und Sozialausschuss behandelt.

Heißt das, es gibt nur noch eine schriftliche Kommunikation auf der Basis von Anträgen?

Nein, auf gar keinen Fall. Vereinsvertreter können um Rederecht im Kultur- und Sozialausschuss bitten und dort ihr Anliegen erklären. Oder sie wenden sich an einen Stadtrat, der das Ansinnen öffentlich macht.

Eines ist aber auch klar: Wird eine Förderung gewährt, müssen die Vereine darüber einen Nachweis führen. Die Stadt wird die Verwendung der Mittel kontrollieren.

Was brennt neben der Gutenberg-Grundschule, dem Sport und den Vereinen noch unter den Nägeln?

Die von FDP-Stadtrat Mark Krogel-Riemann immer wieder angesprochene Hausarztproblematik. Auch wenn wir nicht direkt zuständig sind, müssen wir immer wieder auf den drohenden Notstand aufmerksam machen und sehen, wie wir gemeinsam Abhilfe schaffen. Ich denke an einen Tag der offenen Tür in Hausarztpraxen für Gymnasiasten.

Auf jeden Fall müssen wir immer wieder deutlich machen, dass diese Region schön ist. Wir müssen die Fluktuation der jungen Leute stoppen, immer wieder in die Öffentlichkeit gehen. Vielleicht ergeben sich daraus Möglichkeiten.

Der Stadtrat wurde im Mai vergangenen Jahres für fünf Jahre neu gewählt. Läuft inzwischen alles reibungslos?

Ich bin froh, dass wir sachlicher sein können, als wir es in der Vergangenheit waren. Der Streit um die Jahnhalle hat vieles überzogen und jetzt ist endlich Ruhe eingekehrt. Allerdings denke ich, dass wir erst jetzt so richtig in Tritt kommen.

Noch fehlen die Vereidigungen der berufenen Bürger. Das wird erst im März im Stadtrat geschehen. Wir brauchen dringend deren Erfahrungen. Vielleicht bringen sie Dinge ein, auf die wir selbst gar nicht kommen.

Planmäßig gibt es nur noch vier Beratungsfolgen im Jahr. Die erste läuft im März. Glauben Sie, das genügt?

Dieser große Abstand zwischen den Beratungsfolgen gefällt mir nicht. Dadurch ist alles so gebündelt, man kommt aus Zeitgründen nicht richtig in eine Diskussion hinein. Dabei sind Diskussionen sehr wichtig. Wir müssen uns die Einzelvorträge von Stadträten in Ruhe anhören können, verstehen, darüber reden, abwägen und daraus lernen.