Anwohner und Nachbarn haben im Lustgraben in Wolmirstedt einen Subbotnik veranstaltet. Sie befreiten die Wegränder von wildem Gestrüpp, sammelten Zigarettenstummel und jede Menge Hundehaufen ein.

Wolmirstedt l Mehr als 30 liegengelassene Hundehaufen und hunderte von Kippenstummeln haben die Teilnehmer der Putzaktion "Lust auf Lustgraben" am Sonnabend eingesammelt. Insgesamt 15 Anwohner und Nachbarn der kleinen Straße nahe Schlossdomäne sowie ein weiterer Wolmirstedter haben sich an dem Subbotnik am Vormittag beteiligt.

"Solche Aktionen gibt es ja auch landesweit - und da haben wir uns gedacht, wir machen so etwas auch mal", erklärte Kathleen Schladitz in einer Putzpause. Die junge Frau wohnt zusammen mit ihrer Familie als eine von drei Parteien im Lustgraben. "Es geht uns darum, gemeinsam etwas zu tun, die Straße zu verschönern, und das Ganze soll auch Spaß machen", fügte sie hinzu.

"Es ist ein Leichtes, ein Tütchen in die Hand zu nehmen."

Kathleen Schladitz, Anwohnerin im Lustgraben

So rupften die Freiwilligen Unkraut und wild gewachsenes Gestrüpp von den Wegrändern, sammelten Unrat ein, fegten, schippten und ließen sich zwischendurch einen Snack schmecken. "Wir hatten sehr gute Unterstützung. Auch ein Herr aus der Bahnhofstraße, der hier gern spazieren geht, hat uns geholfen. Darüber haben wir uns sehr gefreut", sagte Kathleen Schladitz.

Weniger gefreut haben sich die Helfer über die vielen Hundehaufen, die die Straße pflasterten. Damit Herrchen und Frauchen beim Gassigehen die "Geschäfte" ihrer Vierbeiner das nächste Mal nicht mehr achtlos liegenlassen, hat Anwohner Mirko Wienbeck Schilder angebracht. Darauf steht "Der Lustgraben ist kein Hundeklo". "Wir wollen mit unserer Putzaktion Aufmerksamkeit schaffen und vor allem die Hundebesitzer ansprechen. Es ist ein Leichtes, ein Tütchen in die Hand zu nehmen", betonte Kathleen Schladitz.

Bis zum Mittag machten die fleißigen Helfer im Lustgraben Klarschiff - mit dem Wetter auf ihrer Seite. Die jüngsten Nachbarn packten ebenfalls tatkräftig mit an. So füllten die Brüder Adrian (4), Emil (7) und Jonas Rojahn (11) zwei Eimer mit aufgesammelten Zigarettenstummeln und schippten anschließend Sand vom Weg. Auch Anwohnerin Yvonn Franze und die anderen Unterstützer verteilten sich entlang des Weges und brachten die Straße auf Vordermann.

Der Mini-Subbotnik im Lustgraben war der erste seiner Art. "Wir können uns schon vorstellen, die Aktion im nächsten Jahr zu wiederholen, aber vielleicht ist es dann ja auch gar nicht mehr so sehr nötig, wenn sich alle daran halten", sagt Kathleen Schladitz mit Blick auf die neuen Schilder.

Vielleicht, so hoffen die Reinemacher, animiert ihre Aktion ja auch andere Bürger, ebenfalls einen kleinen Frühjahrsputz in der Nachbarschaft zu veranstalten.

 

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