Die Kita "Gänseblümchen" in Ebendorf ist vorige Woche wegen gesundheitsgefährdender Mineralwollefasern vorsorglich geschlossen worden. Doch bis heute warten die Eltern seitens der Verwaltung auf ein (auf)klärendes Gespräch.

Ebendorf l Die Eltern der Kinder der Kita "Gänseblümchen" in Ebendorf sind in großer Sorge. Das Hauptgebäude der Einrichtung wurde in der vergangenen Woche geschlossen, die Mädchen und Jungen in die umliegenden Kitas verteilt. Der Grund: Bei einer erneuten Messung am 10. März sind in einer Staubprobe in einem Gruppenraum Mineralwollefasern festgestellt worden (Volksstimme berichtete). Die Fasern der Mineralwolle "können eine Gesundheitsgefährdung darstellen", zitierte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff (FDP) am Dienstag vergangener Woche während einer Pressekonferenz aus einem Brief des Landkreises. In dem Schreiben heißt es weiter: Neben Haut- und Schleimhautreizungen können die Mineralwollepartikel je nach Größe und Zusammensetzung auch Gewebeveränderungen und "im Extremfall" Krebs verursachen.

"Während Medienvertreter eingeladen waren und umgehend über den Sachstand informiert wurden, blieben die Eltern außen vor", so Marcel Leon, Vorsitzender des Elternkuratoriums der Kita "Gänseblümchen", "dabei sollten doch gerade wir, die wir täglich unsere Kinder in die Einrichtung bringen, die ersten Ansprechpartner sein, schließlich geht es um die Gesundheit unserer Kinder."

Dieser unerträglichen Situation geschuldet, berief das Elternkuratorium am Montagabend eine Sondersitzung ein, zu der neben dem der Bürgermeister auch Ortsbürgermeister Manfred Behrens (CDU) eingeladen war. Franz-Ulrich Keindorff entschuldigte sich, schickte Katrin Röhrig, Leiterin Regiebetrieb, nach Ebendorf.

Das Fazit einer trotz aller Emotionen sachlich geführten Diskussion: Die Eltern sind keinen Schritt weiter. Nicht zuletzt, weil sie bis gestern noch immer nicht über die tatsächliche Gesundheitsgefährdung informiert wurden, die Verwaltung den Eltern nicht wirklich sagen konnte, wie es mit der Sanierung des Hauptgebäudes und dem dringend notwendigen Neubau einer Kita weiter geht.

Das Elternkuratorium aber hatte nicht nur Fragen, sondern formulierte einen Offenen Brief mit Forderungen, den der Vorsitzende während der Beratung Katrin Röhrig überreichte. In dem Schreiben wird nachdrücklich festgestellt, dass der momentane Zustand - die 69 Mädchen und Jungen sind mit ihren Erzieherinnen auf die verschiedenen Einrichtungen der Gemeinde verteilt - weder den Kindern, noch den Erziehern auf Dauer zuzumuten ist, "ebenso den betroffenen Kitas. "Schlussfolgernd aus dieser Situation", so Marcel Leon, "haben wir klare Vorstellungen, wie es weitergehen soll."

Vorrang hat eine schnellstmögliche Prüfung der Sanierungsmöglichkeiten des Hauptgebäudes, "aber dies unter der Berücksichtigung, dass eine weitere Nutzung nur zeitlich begrenzt sein wird", erläuterte Marcel Leon, "denn der forcierte Neubau der Einrichtung muss zwingend Priorität haben."

Auch deshalb, "weil die Zustände und auch die katastrophalen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter durch eine Sanierung nicht abgestellt werden können", ergänzte Anett Zimmer.

Wie die stellvertretende Vorsitzende betonte, ist dem Kuratorium die finanzielle Lage der Gemeinde Barleben durchaus bewusst, "trotzdem sollte hier, auch mit Unterstützung des Landkreises, schnellstmöglich eine tragbare Lösung für einen Neubau gefunden werden. Unsere Kinder dürfen nicht die Leidtragenden sein."

Katrin Röhrig versicherte in diesem Zusammenhang, dass in der Verwaltung mit Hochdruck an der Lösung der Probleme gearbeitet wird, "aber auf die Kürze der Zeit kann ich zum gegewärtigen Zeitpunkt keine verbindlichen Aussagen oder Termine verkünden."

Mehr Antworten erhofft sich das Elternkuratorium nun während der morgigen Ortschaftsratssitzung. Denn der Ortsbürgermeister hat das Thema bewusst auf die Tagesordnung gesetzt und dazu erneut Katrin Röhrig sowie einen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Landkreises eingeladen. Marcel Leon dagegen ist sich recht sicher, dass viele der betroffenen Eltern auch ohne Einladung ab 18.30 Uhr der Sitzung beiwohnen werden.

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