Ein Begegnungszentrum für Niederndodeleben, ein "Servicewohnen" für Eichenbarleben, ein Marktplatz für Irxleben und ein Treffpunkt im Zentrum von Rottmersleben sind Ideen, die im Rahmen des Projektes "Hohe Börde Vital" entstanden sind. Wie diese Ideen aussehen können, wurde jetzt im Irxleber Rathaus vorgestellt.

HoheBörde l Aus verschiedenen Orten kennt die Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde, Steffi Trittel, die Slogans, mit denen dem demografischen Wandel begegnet und die Ortskernentwicklung vorangetrieben wird. "Mut zur Lücke" ist so einer, "In ist, wer drin ist" ein anderer. Die Idee, die dahintersteckt, spielt auch in der Hohe Börde eine Rolle - sie nennt sich hier "Ortskernentwicklung - Hohe Börde Vital". "Es geht um die Basis des Zusammenlebens und der Einsparung des Ressorts Boden", erklärte Steffi Trittel bei der Vorstellung der Ideen, die in den vergangenen Monaten entwickelt worden sind.

Michael Schmidt, der seit 20Jahren als Raum- und Dorfentwickler in der Hohen Börde tätig ist, hat sein Hauptaugenmerk auf die Ortschaften Eichenbarleben, Rottmersleben, Irxleben und Niederndodeleben gelegt. Jede der vier Ortschaften hat ihre eigenen Strukturen. So war bei der Auswahl von Eichenbarleben und Rottmersleben für das Projekt die Veränderung der Grundschullandschaft ein Argument. Niederndodeleben und Irxleben sind im Vergleich zu den meisten anderen Orten der Einheitsgemeinde sehr groß und für die Gemeinde in ihrer Entwicklung sehr schwer beeinflussbar.

Und doch haben Michael Schmidt und seine Kollegen in Niederndodeleben zwei Punkte gefunden, an denen sich eine besondere Entwicklung lohnen könnte. Schwerpunkt Nummer eins war das Territorium um den ehemaligen und heute leerstehenden Plus-Markt. Ein Umbau wäre möglich, aber durch die Randlage hinter einem Hügel wenig sinnvoll. Besser wäre nach Schmidts Ansicht der Abriss, um dann auf dem davorliegenden Hügel beispielsweise eine Art Dorfgemeinschaftshaus zu errichten, an die sich möglicherweise eine Seniorenwohnanlage eines privaten Investors anschließen könnte. "Und wann ist Baubeginn?", fragte Niederndodelebens Ortsbürgermeister Wolfgang Schmid optimistisch. Ebenso findet Michael Schmidt eine Investition in das Freibad lohnenswert für die Zukunft.

In Irxleben könnte sich der Knotenpunkt zwischen Adler-Kreuzung und Darre nach der Vision zu einem Marktplatz und Treffpunkt entwickeln. So sieht Michael Schmidt auch für die alte Darre eine mögliche Umnutzung. Hier könnten hinter dem Marktplatz beispielsweise kleine Ladenlokale entstehen, auf der anderen Straßenseite wäre auch die Ansiedlung eines Discounters möglich. Bei dem Irxleber Gemeinderat Matthias Schwenke stieß die Idee auf Wohlgefallen: "Mir gefällt, dass man das Stück für Stück entwickeln kann."

Ein Marktplatz, an dem sich die Verkaufswagen sammeln können und auch ein neues Feuerwehrgerätehaus integriert werden könnte, könnte auch in Rottmersleben auf dem Festplatz entstehen. Dieser wäre so angelegt, dass hier nicht nur Kommunikation zu Marktzeiten stattfinden könnte, sondern auch Feste gefeiert werden können. Rottmerslebens Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz gefiel es, dass so sich auch die älteren Bürger aus verschiedenen Dorfteilen treffen könnte.

Genau an die ältere Generation richtet sich das, was Michael Schmidt und seine Kollegen für Eichenbarleben vorgesehen haben. Aus dem Gebäude, in dem heute noch die Schule ist, könnte ein sogenanntes "Servicewohnen" mit angeschlossener Küche und Mensa werden. So wäre mit dem benachbarten Kindergarten auch eine Symbiose zwischen Alt und Jung gegeben.

Die Hoffnung ist groß, dass vielleicht einiges der Ideen eines Tages Realität wird und auch Vorbildwirkung für die anderen Dörfer hat. Steffi Trittel: "Wir wollen Strukturen schaffen, die auch beliebt sind und einen Wohlfühlcharakter haben."

 

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