Wolmirstedt l 29 Bewohner sind bereits eingezogen, die ersten vor anderthalb Wochen. Insgesamt bietet das neue Flüchtlingsheim in der Schwimmbadstraße in Wolmirstedt Platz für 94 Asylbewerber. Am Sonnabend hatten Besucher die Möglichkeit, sich bei einem "Tag der offenen Tür" vor Ort ein Bild von der Unterkunft zu machen.

Insgesamt beherbergt das in den vergangenen Monaten frisch renovierte Gebäude 49 Zimmer. Die meisten davon sind Doppelzimmer, alle haben exakt dieselbe Größe: 15,91Quadratmeter. Es gibt auch sechs jeweils zehn Qua-dratmeter große Einzelzimmer und zwei Familienräume, also zwei innen durch eine Tür miteinander verbundene Doppelzimmer. Auf jeder der vier Etagen gibt es jeweils ein Bad mit zwei Duschen und Toiletten für Männer beziehungsweise Frauen sowie eine Küche.

Die ersten 29 Bewohner, alle Männer, die Heimleiter Ibrahim Sayed bisher begrüßen konnte, stammen aus sieben verschiedenen Ländern: Mali, Benin, Burkina Faso, Afghanistan, Albanien, Guinea Bissau und dem Kosovo. "Es ist völlig offen, wie lange sie bleiben, das steht in den Sternen", sagt Babette Schmittke. Sie arbeitet in der Heimverwaltung, Kollegin Christin Möller ist Sozialarbeiterin. Es gibt eine Reinigungskraft und einen Hausmeister. Zudem ist rund um die Uhr Security vor Ort.

Wann die nächsten Asylbewerber weitere Zimmer in der Wolmirstedter Unterkunft beziehen, ist laut Babette Schmittke ungewiss. "Wir bekommen ein paar Tage vorher Bescheid", erklärt sie. Zuvor haben die Flüchtlinge, die nach Sachsen-Anhalt kommen, eine Zeit in der Zentralen Anlaufstelle in Halberstadt verbracht. "Ich denke, in den nächsten Wochen wird es voll werden. Die Plätze werden gebraucht", schätzte die Verwaltungsmitarbeiterin.

Zu den Besuchern gehörten am Wochenende unter anderem auch Börde-Landrat Hans Walker (CDU), Bundestagsabgeordnete Waltraud Wolff (SPD) sowie Wolmirstedts Stadtoberhaupt Martin Stichnoth (CDU). "Die Zimmer sind zweckmäßig, sauber, es gibt keinen übertriebenen Luxus und die Lage ist gut", bewertete letzterer die neue Unterkunft im Volksstimme-Gespräch. Die Kosten für die Unterbringung zahle der Landkreis, Betreiber des Asylbewerberheims ist die "PeWoBe" - eine private Wohnheim-Betriebsgesellschaft mit Sitz in Berlin. Seit etwa 2007, sagte Martin Stichnoth, habe das Haus leergestanden. Früher war in dem Gebäude mal ein Kinderheim untergebracht, später unter anderem auch die Kreisvolkshochschule und die Musikschule.

 

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