Der Einladung des Vereins Mehrgenerationenzentrum zum "1. Barleber Seitensprung" sind 40 Gäste gefolgt. Der Name der Veranstaltungsreihe ist Programm.

Barleben l Bühne frei im Mehrgenerationenzentrum für eine neue Veranstaltungsreihe: "Barleber Seitensprung". Der Name ist Programm. Zu erleben war nämlich ein steter Wechsel zwischen literarischen Texten, Musik und Tanz. Dazu servierten Mitglieder des Vereins in der Pause einen kleinen Imbiss und Getränke.

Die erste Auflage der musikalisch-literarischen Veranstaltung war mit rund 40 Besuchern ein Achtungserfolg und sorgte im Laufe des Abends für so manche Überraschung. Den Auftakt machte die Band "Saitenspinner" aus Jerichow mit Roland Lutzky am Schlagzeug, Marco Pernitzsch (Gesang und Gitarre), Siegfried Hermann (Gitarre) und Cellistin Sabine Iser. Ihr Repertoire greift auf verschiedene Genres zurück, enthält Rock- und Popsongs, Filmmusik und Folk.

Zu hören waren Akustikvariationen, die auch durch die fantasievollen Tanzperformances von Sabine Iser einen ganz speziellen Touch bekamen. Die junge Frau mit den langen schwarzen Haaren und knallrotem Gewand zog zunächst alle Blicke auf sich. Dann aber kam es zum ersten Seitensprung zwischen Gitarrensaite und Buchseite. Der Barleber Udo Rupp betrat die Bühne und überraschte die Anwesenden als Autor. Seine Geschichten spielen bei ihm gern in der Vergangenheit. Wobei er wie im Fall von Claus Störtebeker, den er als Wolmirstedter sieht, seiner Fantasie freien Lauf lässt. Außerdem schreibt er locker flockig darüber, dass "GDR" nun wirklich nicht nur eine Abkürzung für graue düstere Republik gewesen sein kann.

"Ich verspreche ihnen Texte zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken", hatte Rita Linke vom Verein Mehrgenerationenzentrum zur Begrüßung gesagt und nicht zuviel versprochen.

Die nächste Autorin, Ursula Maria Djaschi, stammt aus Bayern und wohnt jetzt in Schermen. Die 68-Jährige schreibt und verlegt abenteuerliche Bücher. In Barleben las sie sich mit ihrer Geschichte von einer unglücklichen Liebe besonders in die Herzen des weiblichen Publikums. Der Magdeburger Günter Hartmann las Aphorismen vor. In der für dieses Genre charakteristisch kurzen und knappen Art legt er gern mal den Finger in die Wunde und nimmt sich die Politik auf die Hörner.

Als letzte der relativ unbekannten Schreiberlinge stellte sich Thurid Winkler aus Gommern vor. Die 70-jährige schreibt Kurzgeschichten und hat im Vorjahr Anthologien unter dem Titel "Was du nicht hörst" veröffentlicht. In Barleben brachte sie die Besucher mit der Geschichte über das Intensivkonzert ihres Enkeln zum Schmunzeln. Den literarischen Schlusspunkt setzte die bekannte Autorin Dorothea Iser. Sie las passend zum Thema aus dem 2010 erschienenen Taschenbuch "Saitensprung Domino-Erzählungen".

"Die Mischung aus Musik und Text hat mir gut gefallen. Es war recht anspruchsvoll, aber auf jeden Fall besser als wieder ein Abend vor dem Fernseher. Ich hoffe sehr, dass dies keine Eintagsfliege bleibt und das nächste Mal mehr Besucher kommen", sagte Ingrid Weidig. Ihre Nachbarin Heidi Hund war vom Schreibtalent Udo Rupp hin und weg. "Hätte ich nie gedacht, dass er das kann."

   

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