Von Vivian Hömke

Ebendorf l In einem Leserbrief hatte sich der Ebendorfer Johann Orlowski zur Diskussion um die geschlossene Kindertagesstätte in Ebendorf geäußert (Volksstimme vom 21. Mai). Seiner Meinung nach sei "jede weitere Investition in den alten Kindergarten rausgeschmissenes Geld". Zudem sprach er sich im Zusammenhang mit dem Thema Neubau gegen Kritik an Ortsbürgermeister Manfred Behrens (CDU) sowie dem Ortschaftsrat aus und warf Barlebens Bürgermeister Franz-Ullrich Keindorff (FDP) eine "Hinhaltepolitik" vor. Den Leserbrief nimmt Gemeinderatsmitglied Wilfried Büchner (FDP) zum Anlass, die Thematik ebenfalls aufzugreifen.

"Weiteres Geld in die Kita zu investieren, kann auch aus meiner Sicht nicht der richtige Weg sein", äußert er gegenüber der Volksstimme. Seiner Auffassung nach können jedoch die Entscheidungen des Ortsrates und des Ortsbürgermeisters durchaus hinterfragt werden. "Fakt ist, aufgrund der Kita-Situation wurde 2012 von der Gemeinde der Vorschlag eines Neubaus auf den Tisch gelegt. Wenn der Ortschaftsrat in Ebendorf diesem Vorschlag zugestimmt hätte, könnte das Gebäude heute schon stehen."

Er finde es "nicht redlich", Bürgermeister Keindorff "für die derzeitige Misere verantwortlich zu machen". "Umgesetzt werden kann nur das, was an politischem Gestaltungswillen aus den Ortschaften an die Gemeinde herangetragen wird", sagt Wilfried Büchner.

Auch auf die Aussage des Lesers, Ebendorf sei "besser damit beraten, aus der Einheitsgemeinde Barleben auszutreten", reagiert Büchner: "Wenn ich eines gelernt habe in der Kommunalpolitik, dann ist `Hinschmeißen` eine wenig durchdachte Reaktion; `besser machen` macht weitaus mehr Sinn. Wer anders als die Gemeinde Barleben sollte denn die Probleme in Ebendorf lösen können?", fragt er rhetorisch.