Die alte Gutsanlage, deren Geschichte bis in die Anfänge des 17. Jahrhunderts zurückreicht, ist seit einem Jahr ein Haus des Lernens. 22 Monate nahm die Rekonstruktion von "Gut Arnstedt" in Anspruch. Auch die Parkanlage wurde rekultiviert. Entstanden ist ein naturbelassenes Spielparadies, das unter hohen Linden-, Kastanien- und Eichenbäumen zum Toben einlädt.

Barleben. Rund 5000 Quadratmeter - eine Fläche nicht ganz so groß wie ein Fußballfeld - umfasst die Parkanlage rund um das frühere Rittergut in der Alten Kirchstraße. 300 Quadratmeter sind noch nicht belegt. Bewusst wurde dieser Fleck ausgespart: "Wir wollen dieses Stück Erde gemeinsam gestalten - die Kinder, Eltern und Erzieherinnen", sagt Meike Geyer, Leiterin der Kindertagesstätte "Gut Arnstedt", die von einer Tochtergesellschaft des Wolmirstedter Bodelschwingh-Hauses betrieben wird. Für fachlichen Rat holte man sich Melanie Grebe ins Boot. Die junge Frau studiert Landschaftsarchitektur an der Hochschule Anhalt. Am Projekt im historischen Kern von Barleben kann sie erworbenes Wissen anwenden. Vorgestern war Melanie Grebe vor Ort in der Alten Kirchstraße und hat mit den Kindern gemeinsam Ideen entwickelt. "Die meisten wollen Gemüsebeete anlegen oder Obstbäume pflanzen. Aber man muss schon genau schauen, dass sich dieser Teil des Gartens in das restliche Ensemble einpasst", sagt sie. Die Kinder haben Bilder gemalt. Sie zeigen, wie sich die Heranwachsenden ihr Stück Garten vorstellen. Insgesamt 16 Knirpse griffen zu Malstift und Papier. Die Resultate hat Melanie Grebe mitgenommen. Sie dienen ihr zur Inspiration. Die Kinder haben ein Baumhaus gemalt, einen Teich mit Enten...

Mitte Juni ist dann die Kreativität der Eltern gefragt. An einem extra konzipierten Abend soll an Gestaltungsmöglichkeiten getüftelt werden. Und zu guter Letzt werden auch die Kita-Mitarbeiter in die Ideenfindung mit einbezogen: "Ich finde es wichtig, dass sich so jeder - ob Kind, Mutter oder Erzieherin - mit der Einrichtung identifizieren kann", so Meike Geyer.

Auch wenn nicht jeder Wunsch eins zu eins berücksichtigt werden kann. So wie der von Maximilian Knellke, der sich einen Hai für den Gartenteich wünscht.