1800 Menschen mit Migrationshintergrund leben im Landkreis Börde. In den Beratungsstellen, so im Bürgerhaus in Wolmirstedt, erfahren sie Hilfe und Beistand. Doch einmal in der Woche, bei der Konversationsstunde, wird es dann ausgesprochen familiär.
Wolmirstedt l Lada Kutza ist die Integrationsbeauftragte im Landkreis Börde. In ihrer Funktion, die sie seit 2008 ausübt, ist die gebürtige Russin öfter in Wolmirstedt. So erst am Montag, als die Migrationsberaterin Walentina Birjukow zur allwöchentlichen Konversationsstunde einlud. "Ich komme gern in die Ohrestadt", versichert Lada Kutza, "auch, weil gerade hier, nicht zuletzt durch die engagierte Mitarbeiterin Frau Birjukow, viel für eine erfolgreiche Aufklärungs- und Integrationsarbeit geleistet wird".

Doch vor Beginn der "Konversationsstunde" wurde es erst einmal feierlich, gab es Blumen und kleine Geschenke für Walentina Birjukow. "Aus besonderem Anlass", verrät Swetlana Krapyvska, die stellvertretend für alle Migranten aus Wolmirstedt - die regelmäßig montags von 12 bis 13 Uhr im Bürgerhaus zusammenkommen - die Glückwünsche überbrachte. "Unsere Walentina feierte am 24. Januar ihren 56. Geburtstag. Uns ist es eine Herzenssache, ihr zu gratulieren, nicht zuletzt, weil wir ihre sehr einfühlsame Arbeit sehr schätzen."
Bevor aber Walentina Birjukow dann die Konversationsstunde eröffnen kann, lässt es sich auch Lada Kutza nicht nehmen, das Engagement des Geburtstagskindes zu würdigen. Wobei sie zunächst sehr förmlich wird: "Unter Mitwirkung des Landkreises", so die Integrationsbeauftragte, "sowie dem Migrationsdienst Caritas wird die Beratung und Betreuung organisiert. Und das Beispiel von Walentina zeigt augenscheinlich, dass diese Arbeit ihre Früchte trägt."
Sprachhürden meistern
Im Landkreis Börde leben gegenwärtig 1800 Menschen mit einem Migrationshintergrund, vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion. Etwa 25 von ihnen kamen am Montag ins Bürgerhaus. "Die Zahl ist im Wachsen begriffen", erläutert Walentina Birjukow, "weil es hier sehr familiär zugeht und weil geholfen werden kann." Doch wie die Migrationsberaterin ausdrücklich betont, geht das nicht ohne ihr Zutun.
So wird in der Konversationsstunde beispielsweise versucht, durchgängig deutsch zu sprechen. Was nicht so ganz einfach ist, wie Walentina Birjukow betont, "wenn wir aber die Sprachhürden meistern, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt hin zur Integration". Wobei die Beraterin aus Erfahrung weiß, dass darüber hinaus die täglichen Probleme nicht außer Acht gelassen werden dürfen. So verweist sie besonders auf die Suche nach Arbeitsstellen, erinnert an die Behördengänge, wenn es um die Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen geht. Sie zeigt auch Wege auf, wenn es um die Tilgung von Krediten geht, wie Betriebskostenabrechnungen aussehen müssen oder hilft, wenn ein Wohnraumwechsel ansteht. Walentina Birjukow betont, dass für diese Themen vorwiegend die offiziellen Sprechzeiten des Migrationsdienstes (Caritasverband für das Bistum Magdeburg) im Bürgerhaus genutzt werden, "und zwar montags von 9 bis 13 sowie 14 bis 18 Uhr und dann noch einmal donnerstags von 9 bis 13 Uhr". Wie die Integrationsbeauftragte Lada Kutza in diesem Zusammenhang ergänzt, kommen die Migranten zu den Beratungen nicht nur aus Wolmirstedt, sondern auch aus Haldensleben. Im vergangenen Jahr haben 120 Bürger dieses Angebot in Anspruch genommen, wurden insgesamt 448 Beratungen durchgeführt.
Zur eigentlichen Konversationsstunde, so verrät Walentina Birjukow abschließend, bleiben die großen Sorgen meist ein gutes Stück außen vor. "Dann hängen die Neu-Wolmirstedter nicht selten ihren Erinnerungen nach, werden Neuigkeiten über die Familie ausgetauscht, nach den Enkeln gefragt..."
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.