• 23. Mai 2012



Sie sind hier:



Migranten aus Wolmirstedt und Haldensleben fühlen sich im Bürgerhaus gut betreut


Konversationsstunde fördert die Integration

01.02.2012 05:25 Uhr |


Von Karl-Heinz Klappoth


Die Leibniz-Sekundarschule verfügt jetzt über eine eigene Bibliothek, was die Schüler freut.

Die Leibniz-Sekundarschule verfügt jetzt über eine eigene Bibliothek, was die Schüler freut. | Foto: Regina Malsch Die Leibniz-Sekundarschule verfügt jetzt über eine eigene Bibliothek, was die Schüler freut. | Foto: Regina Malsch

1800 Menschen mit Migrationshintergrund leben im Landkreis Börde. In den Beratungsstellen, so im Bürgerhaus in Wolmirstedt, erfahren sie Hilfe und Beistand. Doch einmal in der Woche, bei der Konversationsstunde, wird es dann ausgesprochen familiär.

Anzeige

Wolmirstedt l Lada Kutza ist die Integrationsbeauftragte im Landkreis Börde. In ihrer Funktion, die sie seit 2008 ausübt, ist die gebürtige Russin öfter in Wolmirstedt. So erst am Montag, als die Migrationsberaterin Walentina Birjukow zur allwöchentlichen Konversationsstunde einlud. "Ich komme gern in die Ohrestadt", versichert Lada Kutza, "auch, weil gerade hier, nicht zuletzt durch die engagierte Mitarbeiterin Frau Birjukow, viel für eine erfolgreiche Aufklärungs- und Integrationsarbeit geleistet wird".

Zur so genannten Konversationsstunde kommen jeden Montag Bürger mit Migrationshintergrund. Der Großteil von ihnen aus der früheren Sowjetunion.

Zur so genannten Konversationsstunde kommen jeden Montag Bürger mit Migrationshintergrund. Der Großteil von ihnen aus der früheren Sowjetunion. | Foto: Karl-Heinz Klappoth Zur so genannten Konversationsstunde kommen jeden Montag Bürger mit Migrationshintergrund. Der Großteil von ihnen aus der früheren Sowjetunion. | Foto: Karl-Heinz Klappoth

Doch vor Beginn der "Konversationsstunde" wurde es erst einmal feierlich, gab es Blumen und kleine Geschenke für Walentina Birjukow. "Aus besonderem Anlass", verrät Swetlana Krapyvska, die stellvertretend für alle Migranten aus Wolmirstedt - die regelmäßig montags von 12 bis 13 Uhr im Bürgerhaus zusammenkommen - die Glückwünsche überbrachte. "Unsere Walentina feierte am 24. Januar ihren 56. Geburtstag. Uns ist es eine Herzenssache, ihr zu gratulieren, nicht zuletzt, weil wir ihre sehr einfühlsame Arbeit sehr schätzen."

Bevor aber Walentina Birjukow dann die Konversationsstunde eröffnen kann, lässt es sich auch Lada Kutza nicht nehmen, das Engagement des Geburtstagskindes zu würdigen. Wobei sie zunächst sehr förmlich wird: "Unter Mitwirkung des Landkreises", so die Integrationsbeauftragte, "sowie dem Migrationsdienst Caritas wird die Beratung und Betreuung organisiert. Und das Beispiel von Walentina zeigt augenscheinlich, dass diese Arbeit ihre Früchte trägt."

Sprachhürden meistern

Im Landkreis Börde leben gegenwärtig 1800 Menschen mit einem Migrationshintergrund, vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion. Etwa 25 von ihnen kamen am Montag ins Bürgerhaus. "Die Zahl ist im Wachsen begriffen", erläutert Walentina Birjukow, "weil es hier sehr familiär zugeht und weil geholfen werden kann." Doch wie die Migrationsberaterin ausdrücklich betont, geht das nicht ohne ihr Zutun.

So wird in der Konversationsstunde beispielsweise versucht, durchgängig deutsch zu sprechen. Was nicht so ganz einfach ist, wie Walentina Birjukow betont, "wenn wir aber die Sprachhürden meistern, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt hin zur Integration". Wobei die Beraterin aus Erfahrung weiß, dass darüber hinaus die täglichen Probleme nicht außer Acht gelassen werden dürfen. So verweist sie besonders auf die Suche nach Arbeitsstellen, erinnert an die Behördengänge, wenn es um die Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen geht. Sie zeigt auch Wege auf, wenn es um die Tilgung von Krediten geht, wie Betriebskostenabrechnungen aussehen müssen oder hilft, wenn ein Wohnraumwechsel ansteht. Walentina Birjukow betont, dass für diese Themen vorwiegend die offiziellen Sprechzeiten des Migrationsdienstes (Caritasverband für das Bistum Magdeburg) im Bürgerhaus genutzt werden, "und zwar montags von 9 bis 13 sowie 14 bis 18 Uhr und dann noch einmal donnerstags von 9 bis 13 Uhr". Wie die Integrationsbeauftragte Lada Kutza in diesem Zusammenhang ergänzt, kommen die Migranten zu den Beratungen nicht nur aus Wolmirstedt, sondern auch aus Haldensleben. Im vergangenen Jahr haben 120 Bürger dieses Angebot in Anspruch genommen, wurden insgesamt 448 Beratungen durchgeführt.

Zur eigentlichen Konversationsstunde, so verrät Walentina Birjukow abschließend, bleiben die großen Sorgen meist ein gutes Stück außen vor. "Dann hängen die Neu-Wolmirstedter nicht selten ihren Erinnerungen nach, werden Neuigkeiten über die Familie ausgetauscht, nach den Enkeln gefragt..."



Kommentare 0 Kommentare


Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2012
Dokument erstellt am 2012-02-01 05:25:56
Letzte Änderung am 2012-02-01 05:25:56


Weitere Artikel aus Wolmirstedt


 Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette übergibt den Fördermittelbescheid an Hartmut Jahn (l.). | Foto: Burkhard Steffen

Sachsen-Anhalt fördert Ausbau der Breitbandversorgung in Born

Born l Auch die Borner werden künftig in den Genuss schneller Internetverbindungen kommen. Das Land Sachsen-Anhalt fördert auch für das kleine Dorf an der Bundestraße 71 den Ausbau... weiterlesen

Landrat steht unter Beschuss

Als im Kreistag jetzt der Nachtragshaushalt für das laufende Jahr beschlossen wurde, kritisierten SPD und Grüne den Kurs des Landrats in der Personalpolitik der ihm unterstehenden Verwaltung... weiterlesen

 Impressionen vom Probelauf für den 1. Kalimandscharo-Lauf. | Foto: privat

Erlebnislauf führt über Kalimandscharo

Anlässlich der Zielitzer 1075-Jahr-Feier wird es eine ganz besondere Attraktion geben. Die Gemeinde veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Kaliwerk Zielitz und dem Bergmannsverein... weiterlesen

 Am 16. Juni tanzen die Kinder auf dem Wartberg. | Foto: Maik Schulz

Das beliebte Kinderfest auf dem Wartberg wirf seine Schatten voraus

Niederndodeleben l Das große Kinderfest auf dem Wartberg wirft seine Schatten voraus. Am Sonnabend, dem 16. Juni, lädt der Verein "Wir für Kinder" von 15 bis 18 Uhr in den Schatten... weiterlesen

Keine Nachricht mehr verpassen!



Sie vermissen einen Artikel?


Die Volksstimme komplett als E-Paper

Bestellen Sie sich jetzt die tagesaktuelle Ausgabe der Volksstimme bequem als digitales E-Paper für nur 1,00 Euro in unserem Onlinekiosk.

Anzeige

Lokales


Stellenangebote in der Region Wolmirstedt


Wohnungsangebote in der Region Wolmirstedt


Fahrzeugangebote aus der Region Wolmirstedt


Immobilien in der Region Wolmirstedt


Trauerfälle in der Region Wolmirstedt


Facebook



Bilder aus Wolmirstedt


950 Jahre Barleben

Das erste Feierwochenende zum 950. Geburtstag Barlebens macht neugierig auf mehr... weiterlesen


30.04.2012 08:45 Uhr
  • Kamera


"Gartenträume" in Hundisburg

Rund 20000 Besucher hat die "Gartenträume"-Messe am Wochenende am Schloss Hundisburg angezogen... weiterlesen


30.04.2012 08:28 Uhr
  • Kamera


Rosenmontagsumzug in Groß Ammensleben

Foto-Impressionen vom Rosenmontagsumzug in Groß Ammensleben weiterlesen


20.02.2012 17:49 Uhr
  • gefallen
  • Kamera


Kinoprogramm


Das aktuelle Kinoprogramm für Ihre Region.
weiter

Sonderthemen auf Volksstimme.de


Fingerabdruckexperten: Wirbel, Schleifen und "Tannen" gesucht
Uwe
Eisert

Magdeburg l Der Mann, der am 9. November 2007 gegen 17 Uhr einer Sparkassenmitarbeiterin in der... weiterlesen


21.04.2012 04:19 Uhr
  • gefallen

Weitere interessante Sonderthemen und Serien

Kinogewinnspiel



Neueste Leserkommentare


Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !

von SpeedfireOne am 22.05.2012, 13:00 Uhr

Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.

von Bruni-K am 22.05.2012, 09:28 Uhr

Weitere Leserkommentare

Neu: Volksstimme.de-Newsletter


Täglich gibts den Volksstimme.de-Newsletter mit den wichtigsten Nachrichten vom Tage.

Jetzt kostenlos den Volksstimme.de-Newsletter bestellen, an der Newsletter befragung teilnehmen und tolle Preise gewinnen.

Hier gehts zur Newsletter-Befragung

Meine Klasse von ...


Hier Klassenfotos ansehen und hochladen!
Hier klicken!

Rund um die Volksstimme


Sudoku spielen


Sudoku spielen auf Volksstimme.de. Hier klicken!

Unsere Partner


Nutzerlogin

Loggen Sie sich auf Volksstimme.de ein, um

- kostenlos den Volksstimme.de-Newsletter zu abonnieren
- Artikel auf Volksstimme.de zu kommentieren
- Ihre eigene Startseite (Nachrichtenbereich) zu gestalten

Sind Sie noch kein Nutzer auf Volksstimme.de? Dann registrieren Sie sich doch einfach und kostenlos!

Für die Anmeldung müssen Cookies in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wichtiger Hinweis für Volksstimme.digital-Nutzer: Bitte nutzen Sie diesen Link oder klicken Sie auf E-Paper Login in der oberen Navigation

Benutzername: Passwort:

Jetzt anmelden Passwort vergessen