Wolmirstedt. "Sing, Africa sing!" hieß der Gospelworkshop, zu dem sich am Sonn- abend etwa 60 Gospelbegeisterte in der Werkstatt für Behinderte zusammen fanden. Alle singen in Gospelchören, widmen sich gewöhnlich beinahe ausschließlich dem amerikanischen Gospel. Erstmals konnte Markus Detterbeck als Referent gewonnen werden. Der Hesse stellte den afrikanischen Gospel in den Mittelpunkt, machte mit afrikanischer Sprache und afrikanischen Rhythmen vertraut. Die Lieder hießen "Sesithi Bonga" oder "Kana Kameme".

Die Texte kamen den wenigsten Gosplern flüssig über die Lippen. Darauf kam es aber auch gar nicht an. Markus Detterbeck hatte selbst lange in Afrika gelebt, legte Wert auf Körpersprache, auf Bewegung, auf Rhythmik. Detterbeck ließ die Teilnehmer mit und ohne Körpersprache singen und zeigte, wieviel lebendiger sich die Stimme färbt, wenn der Körpereinsatz dazu kommt, die Gesichtsmuskeln entspannt sind und locker.

Gerhard Kuschmierz (70) war der älteste Teilnehmer, singt ansonsten in traditionellen Chören, lässt aber keinen Gospelworkshop aus. "Hier kann ich mich mal richtig aussingen", sagt er. Ein kompletter Gospelchor war aus Oschersleben angereist, Frauen, die sich auch zu Hause dem afrikanischen Gospel widmen. "Hier kommen wir uns vor wie die Anfänger", gestand Kathi Wanzke, "es ist toll, dass wir so viel lernen." Belohnt wurden die Gospler nicht nur mit neuer Inspiration, sondern auch mit tollem Kuchen. "Beim Backen sind unsere Chormitglieder wirklich Spitze", sagt Konstanze Schlegel, die Leiterin des Wolmirstedter Gospelchores, und versprach, diesen Workshop ins Jahresprogramm aufzunehmen.