Musikschüler aus allen Teilen Sachsen-Anhalts stellten sich auch in diesem Jahr in Stendal wieder drei Tage lang einer Fachjury, um in einem Wettbewerb den Musikschulpreis der Jütting-Stiftung zu erringen. Am Sonntag standen Moritz Schmeier und Leonhard Schwarz aus Wolmirstedt als Sieger des hochkarätigen Ausscheides fest.

Wolmirstedt/Stendal. An dem Wettstreit können Musikschüler im Alter von 7 bis 18 Jahren teilnehmen und ihre Leistungen auf den verschiedensten Instrumenten sowie in den unterschiedlichsten Besetzungen unter Beweis stellen. Ziel ist es, besondere musikalische Begabungen und Talente zu entdecken und zu fördern, die an den öffentlichen Musikschulen oder den Musikgymnasien unseres Landes Unterricht erhalten.

Der gesamte Wettbewerb findet in zwei Phasen, den Vor- und Hauptrunden, statt. Zur Vorrunde treffen sich die jungen Musiker im Adam-Ileborgh-Haus. Dort haben sie vor einer Jury Musikstücke aus zwei unterschiedlichen musikgeschichtlichen Epochen vorzutragen. Fünfzehn von ihnen werden dann in die Endrunde delegiert, um dort wiederum neue, verschiedenartige Stücke unterschiedlicher Musikepochen zu interpretieren. Für die Teilnahme am gesamten Wettbewerb erhält zunächst jeder Musiker eine Urkunde. Die besten Interpreten beweisen dann in der Hauptrunde am letzten Wettbewerbstag nochmals ihr Leistungsvermögen und können durch erfolgreiches Abschneiden eine Geldprämie erhalten. Bei der Leistungsbewertung steht die musikalische und spieltechnische Darbietung der vorgetragenen Werke im Vordergrund. Kriterien wie künstlerische Gestaltung, Tonqualität, Spieltechnik, stilistisches Verständnis und Qualität des gemeinsamen Musizierens spielen eine besondere Rolle.

In diesem Jahr beteiligten sich 58 junge Musiker verschiedenster Instrumente und Besetzungen am Ausscheid. Alle in der ersten Vorrunde am Freitag aufgetretenen Interpreten zeigten überzeugende instrumentale Leistungen.

Aus der Kreismusikschule Börde nahmen an diesem Vorausscheid die Schüler Moritz Schmeier und Leonhard Schwarz (Klarinette) mit einer "Klezmer-Suite" von Mike Curtis, der "Idylle" von Charles Koechlin und den "Miniaturen für Zwillige" von R. G. Buschmann teil. Sie überzeugten durch ihre Virtuosität, Spielfreude, Ausstrahlung und Engagement. Für den Zuhörer war es beeindruckend und interessant zu verfolgen, welche Klangfarben und Geräusche die Interpreten auf und mit ihren Klarinetten hervorbrachten.

Nach dem Duo der zwei Herren waren aus der gleichen Musikschule auch zwei junge Musikantinnen angereist, um ihre Leistungen zu demonstrieren. Beide, Celia Fürst und Emma Kalkhake, sind 15 Jahre alt, haben, bevor sie Klarinette erlernten, Blockflöte gespielt und interpretierten an diesem Abend sowohl klassische Stücke, wie "Moderato" und "Romanze" von A. Stadler, als auch moderne Stücke, wie "Der Schwan" von P. Hagen und "Screwball" von J. Rae. Obwohl sie zu Beginn ihrer Darbietung noch etwas befangen und steif wirkten, spielten sie sich im Verlauf des Gesamtvortrags immer lockerer und überzeugten. So erreichten die Mädchen ihre Teilnahme in der ersten Wertungsrunde.

Bis Sonntag schafften es 29 Kinder und Jugendliche aus den Vorrunden in das Endrundenvorspiel. Dort standen sie einer hochkarätig besetzten Jury – bestehend aus vier Professoren und Dozenten aus Weimar und Berlin – gegenüber, welche über die Verteilung der ingesamt 3600 Euro Preisgeld entscheiden musste.

Ob sehr gut oder gut – wer sich am Sonntagvormittag den musikalischen Genuss gönnte, den die jungen Talente schufen, bekam einfach ein Konzert der Extraklasse geboten. Die Schüler ließen sich von Nervosität, Blitzlicht und kritischen Jury-Blicken nicht beirren. Sie spielten voll Hingabe und zeigten nicht nur, dass sie hohe Ansprüche erfüllen können, sondern dass ihnen die Musik Spaß macht und sie ganz eins werden mit ihren Instrumenten.

Dass abseits von "Jugend musiziert" ein ganz ähnlicher Wettbewerb ausgetragen wird, hat vor allem den einen Grund: Das Stifter-Ehepaar Hans und Eugenia Jütting wollte, dass nicht nur herausragende Musikstudenten gefördert werden, sondern auch der jüngere musikalische Nachwuchs.

Der hohe Anspruch des Wettbewerbes spiegelt sich auch in den Preisgeldern, insgesamt 3600 Euro, wider. Die drei ersten Plätze, verbunden mit einer Prämie von je 600 Euro, belegten das Klarinettenduo Moritz Schmeier und Leonhard Schwarz aus Wolmirstedt, Robert Bily (Klavier) von der Latina in Halle und Kilian Scholla (Klavier) von der Kreismusikschule des Salzlandkreises.