Colbitz. Bei einer spektakulären Aktion "renovierten" gestern Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Colbitz und der Werkfeuerwehr des Kaliwerkes Zielitz das Storchennest auf dem Schornstein des stillgelegten Heizhauses der Colbitzer Grundschule.

"In der vergangenen Woche hat ein einzelner Storch mehrfach das Nest angeflogen und besichtigt", begründete Storchenexperte Herbert Bilang die Maßnahme. Vermutlich habe Adebar aber gestört, dass das Nest nicht nach innen, sondern praktisch wie ein Hügel nach oben gewölbt ist, so Bilang. Im Laufe der Jahre sei das Nest durch Wildwuchs, Lehm und Unkraut zu dieser ungewöhnlichen Form gekommen.

Das sei vermutlich auch der Grund für den überhasteten Umzug des Colbitzer Storchenpaares vor fünf Jahren gewesen. Das Brutpaar setzte sich einige hundert Meter weiter in die Lange Straße ab und errichtete dort auf einem Pappelstumpf ein neues Nest.

Storchenpaar noch nicht aus Afrika zurück

Doch diese Pappel musste Anfang des Jahres gefällt werden (Volksstimme berichtete), weil der morsche Stamm keine Standsicherheit mehr gewährleistete. Mit Unterstützung der Gemeinde Colbitz und der Unteren Naturschutzbehörde war ein Mast aufgestellt und das Storchennest darauf befestigt worden. Doch bislang blieben die Störche aus.

"Unsere Colbitzer Störche überwintern in Afrika. Gegenüber den Westziehern, die in Spanien die kalte Jahreszeit verbringen, benötigen sie deutlich länger für den Rückflug", hofft Herbert Bilang, dass das Brutpaar in den nächsten Tagen zurückkehrt.

Welches Nest es dann nutzt, um seinen Nachwuchs aufzuziehen, ist noch ungewiss. "Vielleicht gibt es in Colbitz ja bald zwei Storchenpaare", ist Bilang optimistisch.