Meseberg (gbi). Wenn in Meseberg eine Chronik gezeigt wird, wie unlängst am Mai- feiertag, sind vor allem die älteren Mitbürger zur Stelle. Wer lauschend sich daneben stellt, bekommt Geschichtsunterricht gratis – aus erster Hand und fernab der großen Politik. Das gefiel auch dem Meseberger Chronisten Eberhard Feilhaber ausnehmend gut. Er spitzte nicht nur die Ohren, sondern knüpfte unermüdlich Verbindungen zwischen den Erzählenden. Die meisten kannten sich seit Jahrzehnten. So wie Gerd Paasche (86), Manfred Wilke (62) und Walter Tangermann (72). Die drei schauten sich alte Fotos der heute 420-Seelen-Ortschaft an, solche, auf denen es noch keine Asphaltstraßen gab, dafür jede Menge Mühlen und Landwirtschaft. Die Fotos weckten Erinnerungen. Gerd Paasche war Zeit seines Lebens Landwirt und arbeitete in der Sauenaufzucht. Noch heute singt er im Gemischten Chor, ist aber längst nicht das älteste Mitglied. "Das ist meine Mutter Anneliese", weiß Ortsbürgermeister und Chorvorstand Wolfgang Schulze. "Sie ist 91 Jahre alt. Wir würden uns auf alle Fälle über jugendlichen Nachwuchs freuen." Walter Tangermann machte beim Sichten der Fotos ebenfalls eine interessante Entdeckung. Er fand eine von ihm für die Chronik zur Verfügung gestellte Aufnahme wieder. Sie zeigt zwei Pferde vor einer Mühle. "Dieses", deutet er auf eines der beiden Tiere, "ist das letzte Pferd Mesebergs, das dem zweiten Weltkrieg geopfert wurde." Er musste es in die Schlacht ziehen lassen. Dafür bekam Walter Tangermann ein Ersatzpferd gestellt. "Eines, das bei jedem Fliegeralarm weg rannte", erinnert er sich.