Ebendorf. Seit Ende März sind die ersten Erdbewegungen zu beachten, ein Silo aus Beton steht bereits. "Ende laufenden Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen", so Hans-Werner Greß, Projektentwickler Biomasse beim Investor ABO Wind, gestern in Wiesbaden auf Volksstimme-Nachfrage am Telefon. Das Landesverwaltungsamt hatte die Errichtung der Biogasanlage an der Autobahn 2 in der Gemarkung Ebendorf im August vergangenen Jahres genehmigt. Für die Genehmigung der Bioenergieanlage musste der Investor bei der zuständigen Genehmigungsbehörde in Halle sowohl die Grobplanung als auch diverse Gutachten (beispielsweise zu Geruch und Lärm) sowie eine naturschutzfachliche Stellungnahme vorlegen. Als Input-Stoffe sind Rindergülle, Putenmist und Mais-Silage vorgesehen.

An die Erlaubnis zum Anlagenbetrieb schloss sich die Ausführungsplanung an. Hierbei galt es laut Greß, die Verfahrenstechnik zu bestimmen sowie die Detailplanungen der Wärmetauscher, Prozeßleittechnik und der kompletten EMSR-Technik anzufertigen.

Nach erteilter Baugenehmigung und Vergabeverhandlungen für die einzelnen Gewerke folgt sukzessive die Beauftragung und Koordinierung der am Bau beteiligten Unternehmen. Gegen die Biogasanlage hatte sich anfänglich heftiger Widerstand geregt. Eine Bürgerinitiative, die sich im September 2008 formierte, sammelte Unterschriften. Die Bewohner trieben zwei Sorgen um: Verschlechterung der Wohnqualität im Ort und Werteverlust für die Grundstücke und Häuser durch die Anlage an der Autobahn.

Die Wiesbadener ABO Wind AG betreibt in Sachsen-Anhalt bereits Biogasanlagen in Kemberg, Kunrau, Miesterhorst und Samswegen. Ende Mai geht in Aschersleben die nächste in Betrieb.