Die Kinderkleiderbörse am Sonnabend im Bodelschwingh-Haus war gut besucht. Wie Anja Otto nach drei Verkaufsstunden zufrieden feststellen konnte, hatte sich die engagierte Arbeit der 25 ehrenamtlichen Helferinnen auch für die Mädchen und Jungen der Integrativen Kita " Storchennest " ausgezahlt.

Wolmirstedt. Seit nunmehr 15 Jahren lenkt und leitet Anja Otto die Kinderkleiderbörse in der Werkstatt für Menschen mit BehinderungendesBodelschwingh-Hauses – auch am vergangenen Sonnabend. " Natürlich muss einer die Fäden bei so einer Veranstaltung in der Hand haben ", erzählt die Wolmirstedterin, " doch ein Textilmarkt, wie wir ihn an diesem Wochenende wieder erlebt haben, ist und war noch nie im Alleingang zu meistern. " Und so weiß Anja Otto auch diesmal wieder 25 Mütter der Familie des Bodelschwingh-Hauses an ihrer Seite. Ohne die engagierte ehrenamtliche Arbeit dieser Frauen, so ist sich die gelernte Heilpädagogin absolut sicher, wäre die Kleiderbörse in der Angerstraße bestimmt schon Geschichte. " Allein bei dieser Veranstaltung haben wir im Vorfeld 150 Nummern an potenzielle Kunden vergeben ", erzählt die Mutter von drei Kindern. " Wir hätten auch gut und gern das Doppelte verteilen können, so groß war die Nachfrage. Aber wir sind inzwischen an unsere Grenzen gestoßen – räumlich, aber auch kräftemäßig. " Allein am Sonnabend gingen in der umfunktionierten Werkstatt 8000 Kleidungsstücke über den " Ladentisch ".

Was aber keiner sieht : Bevor am Sonnabend in der Angerstraße der große Käuferstrom einsetze, leisteten die fleißigen Frauen schon tags zuvor ganze Arbeit. " Über sieben Stunden hatten wir zu tun, bevor jedes Kleidungsstück seinen Platz auf dem Verkaufstisch hatte ", verrät Anja Otto und lässt zugleich durchklingen, dass mindestens noch einmal so viele Stunden nach " Ladenschluss " von den Frauen geleistet werden, bevor alles wieder seine Ordnung hat.

Trotz der immensen Arbeit ist die Wolmirstedterin immer gut gelaunt : " Wenn ich sehen, dass unsere Besucher, in der Überzahl junge Muttis, zufrieden die Werkstatt verlassen, dann weiß ich, die Anstrengungen haben sich erneut gelohnt. Auch, weil das Bodelschwingh-Haus selbst davon profitiert. "

Zehn Prozent des Gewinns der Kleiderbörse wird in Projekte der Einrichtung gesteckt. Das heißt, auch in diesem Fall dürfen die Mädchen und Jungen der integrativen Kindertagesstätte " Storchennest " wieder auf ein Extra-Osterei hoffen. " Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel für die Gelder Spielsachen für die Einrichtung geholt ", erinnert sich Anja Otto. Und diese Gewissheit ist für alle Frauen auch die Triebfeder, immer weiter zu machen.

" Vor 15 Jahren ", erzählt die engagierte Mutter, " war ich bei Freunden in Wolfenbüttel und erlebte in einer Kirche erstmals eine Kleiderbörse. Sofort dachte ich, dass muss auch in Wolmirstedt möglich sein. " Und es war möglich. Aber waren es 1995 lediglich vier, fünf Frauen, die sich ehrenamtlich für die Kinderkleiderbörse engagierten, so können sich Anja Otto und Katrin Walter heute auf einen festen Stamm von 25 Frauen stützen. Und die werden auch jedesmal auf Neue dringend benötigt. Inzwischen sind es nämlich sechs Börsen – je zwei für Baby- sowie Kindersachen und zwei für Spielzeug – die die Mütter der Familie des Bodelschwingh-Hauses jedes Jahr auf die Beine stellen.