Schüler sollen die Gesetze der Marktwirtschaft besser verstehen. Aus diesem Grunde vor einem Jahr in Barleben die Wirtschaftsakademie "Otto von Guericke" gegründet, in die sich Jugendliche ab 14 Jahre freiwillig einschreiben können. Zwölf Sekundarschüler haben durchgehalten und erhalten als Absolventen des ersten Jahrganges am kommenden Montag ihre Zeugnisse. Die Gründung dieses Wirtschaftsseminars für junge Leute gehört zu den bedeutsamen Ereignissen des letzten Jahres in Barleben.

Barleben. Vielen Barlebern sind die Höhepunkte des vergangenen Jahres noch präsent. Wem es nicht so geht, der kann die bedeutsamen Ereignisse der letzten 365 Tage in einer kleinen, zwölfseitigen Broschüre nachschlagen. Sie wurde zum Neujahrsempfang in der Mittellandhalle verteilt und liegt jetzt an verschiedenen Stellen in der Gemeinde aus. Das Heft mit einer Auflage von 1000 Stück trägt den Titel "Barleben – ein attraktiver Schul- und Forschungsstandort". So lautete übrigens auch das Motto des diesjährigen Neujahrsempfanges. An einige besonders bedeutende Höhepunkte sei an dieser Stelle erinnert: Ab Ende Mai konnte Barleben wieder verlässlicher disponieren. Die Gemeinde und zehn weitere Kommunen hatten beim Landesverfassungsgericht Klage gegen einen Gesetzes-Paragrafen eingereicht, wonach reichere Kommunen einen Großteil ihrer Einnahmen als Umlage in einen Ausgleichsstock abführen mussten. Mit dem Geld sollten Notlagen und außergewöhnliche Belastungen ärmerer Kommunen ausgeglichen werden. Das Gericht gab den Beschwerden der Klage führenden Kommunen statt.

Das Bodelschwingh-Haus schloss im Juni die Arbeiten an der Kita in der Alten Kirchstraße ab. Der ehemalige Arn-stedtsche Hof – ein historisches Gebäudeensemble – wurde einer modernen Nutzung zugeführt. In einem großzügigen Umfeld mit Parkanlage können jetzt 122 Kinder betreut werden. In Ebendorf wurde im Juni das 1045-jährige Bestehen der Ortschaft begangen. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierten Vereine und Bürger sich in Feierlaune.

Durch die Ecole-Stiftung wurde am 18. Juni der Grundstein für den Gymnasiumsneubau in der Bahnhofstraße gelegt. Im Juli wurde nach knapp anderthalbjähriger Bauzeit im Magdeburger Zoo die Anlage "Africambo I" als neue Attraktion eröffnet. Die Gemeinde Barleben steuerte als Mitgesellschafter (sie hält seit 2006 zehn Prozent der Stammeinlage der gemeinnützigen Zoo GmbH) ihren Teil dazu bei.

Im August beteiligte sich die Gemeinde an der Rad-Tour der Hoffnung, bei der von ortsansässigen Unternehmern und Bürgern über 5 000 Euro zugunsten krebskranker Kinder gespendet wurden.

Zu den Höhepunkten des letzten Jahres gehörte zweifelsohne auch die Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes in Meitzendorf am 1. Oktober.

20 Jahre Deutsche Einheit wurden auf Anregung der drei Ortsbürgermeister im Oktober dazu genutzt, in einem Buch 43 Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen. Aus ganz persönlicher Sicht werden die Ereignisse in Barleben seit der Wende erzählt.

Im Dezember wurde die IT-Union, eine Plattform für kommunale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informationstechnologie, ein Jahr alt. Die Gemeinde Barleben ist eines der drei Gründungsmitglieder. Die Genossenschaft ist der bundesweit erste Zusammenschluss in dieser Form. Diesem Organisationsmodell für öffentliche Aufgaben wurde Ende November der GenoPortal Award verliehen.

Die Wirtschaft ist wieder auf Erfolgskurs. Dafür sprechen die Einweihung des neuen Produktionsstandortes der Magdeburger Getriebetechnik GmbH im April. Im Oktober schließlich nahm im Technologiepark Ostfalen das IKAM seine Arbeit auf. Das ist ein Institut, an dem für die Automobilindustrie und ihre Zulieferbetriebe geforscht und entwickelt wird.