Außer, um kleine Geschenke für die Lieben zu verstecken oder mit der Familie gemeinsam zu essen, musste kein Wolmirstedter am Wochenende Zuhause bleiben. Denn in der Stadt und den Ortsteilen wurde zu zahlreichen geselligen Veranstaltungen geladen. Ob Osterfeuer, Konzert oder das beliebte Eiertrudeln – für jeden war in den vergangenen Tagen etwas dabei.

Wolmirstedt. Wenn es Gründonnerstag auf dem Hof vor der Farsleber Feuerwehr brennt, bleiben die Kameraden ganz entspannt. Handelt es sich doch um das traditionelle Osterfeuer, das kontrolliert in der Schale abbrennt und ein beliebter Anziehungspunkt für die Bewohner der Ortschaft ist. Zur Tradition gehört auch der Fackelumzug mit der Schalmeienkapelle Groß Ammensleben, angeführt von Wehrleiter Michael Langrock. Und der stellte erfreut fest, " dass sich in diesem Jahr deutlich mehr Teilnehmer zu dieser Ortsrunde eingefunden hatten ". Am Feuer selbst wurde dann bis in die Nacht hinein gegessen, getrunken, geklönt und damit die Osterfeiertage eingeleitet.

Der jährliche Reigen von Osterfeuern ging dann am Sonnabend weiter. Um 18 Uhr trafen sich die ersten Glindenberger zum " Osterfeuer am Trog ", in der Nähe des alten Schafstalls. Die Idee zu der Veranstaltung hatte Unternehmer Bernd Stork, der den Elbe-Anrainern für das Osterfeuer schon im fünften Jahr eine Fläche zur Verfügung stellte. Um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte sich die ortsansässige Agentur B ., die Feuerwehr zündete den riesigen Haufen nicht nur an, sondern garantierte auch dessen kontrolliertes Abbrennen. " Unser Osterfeuer für die Glindenberger ist klein und fein. Und wer kommt, der ist meistens glücklich ", erzählte Benjamin Bender, der vom Grill aus beobachten konnte, wie schnell sich der Platz mit Gästen füllte.

Nicht an der Elbe, sondern am Mittellandkanal loderte am Sonnabend ein weiteres Osterfeuer, nämlich das der Kanuten. Lutz Neumann, Yves Hummelt und ihre Helfer hatten eine riesige Menge an Baum- und Strauchschnitt aufgetürmt. Das Feuer loderte so kräftig, dass keiner auf dem unteren Boothausgelände frieren musste. Eingeheizt wurde den zahlreichen Gästen auch von zwei Live-Bands. Die " Bonnzen aus Bonn " traten in weißen Anzügen auf und gaben Deutschen Pop-Rock zum Besten.

Tanzbaren Ska-Rock boten dann " Captain Flanger ". Die Band aus Magdeburg, deren Mitglieder alle irgendwie familiär oder durch den Freundeskreis mit Wolmirstedt und Umgebung verbunden sind, hat sich schon mit ihrer Hymne für den Rogätzer Bierathlon einen Namen gemacht. Sänger Sven Wiesner nutzte die technischen Möglichkeiten, die ihm das Funkmikro bot, und sprang wie ein Derwisch durch die Reihen der Zuhörer. Solche Animierqualitäten sind selten und lockten deshalb vielen Osterfeuer-Besuchern ein Grinsen, Zucken in den Beinen und Applaus ab.

Früh aufstehen hieß es am Ostersonntag für die Mitglieder der evangelischen Gemeinde. Ulrike Reichardt, seit November Pfarrerin in Wolmirstedt, hatte für 8 Uhr in die Elbeuer Kirche eingeladen. Dort wurde im dunklen Kirchenschiff das Osterlicht, Zeichen der Hoffnung und Auferstehung, entzündet. Diese alte, christliche Tradition hat die Pfarrerin aus Suhl mitgebracht. " Das Osterlicht steht für Jesus, der einmal sagte ‚ ich bin das Licht der Welt ‘. Und mit der Kerze tragen wir ein Hoffnungszeichen in die Welt ", erklärte Ulrike Reichardt, während sie mit den Gemeindemitgliedern in Richtung Katharinenkirche lief. Dort wartete ein reich gedeckter Frühstückstisch. " Auch das ist eine alte Tradition, dass man durch ein gemeinsames Frühstück das Ende der Fastenzeit begeht ", so die Pfarrerin.

Ebenfalls ein fester Termin am Ostersonntag ist das Konzert in der Farsleber Dorfkirche. Gemeindekirchenrat und der Kulturverein " Webers Hof " hatten eingeladen. Und über 150 Zuhörer lauschten " alten deutschen Volksliedern im weltmusikalischen Gewand ". So zumindest beschreibt die Gruppe Foyal ihre Musik. Gut eine Stunde dauerte das Programm in der beheizten Kirche, bevor Jung und Alt zum Kaffeetrinken in den Saal auf " Webers Hof " bummelten, sich dort auch in der Töpferstube und der Galerie umschauen konnten.

Anlaufpunkt für alle Generationen war am Ostersonntag auch der Moortalberg. Dort, wo vor ein paar Wochen noch die Kinder mit dem Schlitten den Hang hinab rodelten, trudelten jetzt die Eier. Nach den Regeln gefragt, hat jede Familie ihre eigene Variante. Nur eines zeigte sich deutlich : Ob gerollt oder geworfen – den Eiern ging es an die Schale. Denn auch die Eier, die es heil den Berg hinunter geschafft hatten, wurde am Ende an Ort und Stelle verputzt.