Ausländische Teilnehmer entdecken Deutschland von einer ganz neuen Seite. Jugendliche aus Deutschland lernen Menschen unterschiedlicher Kulturen kennen. Alle zusammen bewegen etwas: in Natur und Umwelt, beim Bauen und Renovieren. Überschrieben ist so eine Aktion mit dem Begriff "Workcamp". Die Gemeinde Barleben bietet als Kooperationspartner des "ijgd" vom 31. Juli bis zum 21. August 16 Plätze in einem multinationalen Workcamp an.

Barleben. Ein Workcamp – das heißt internationales Flair vor der Haustür. In einem Workcamp treffen sich junge Leute aus den verschiedensten Ländern der Welt, um gemeinsam zwei bis drei Wochen zusammen zu leben und sich für ein sinnvolles Projekt zu engagieren. Diese Projekte dienen stets dem Gemeinwohl. Die Teilnehmer benötigen keine besonderen Vorkenntnisse. Die Projekte sind so ausgewählt, dass mit Gummistiefeln, Jeans und Regenjacke, Lust und Laune viel zu schaffen ist. Gearbeitet wird in der Regel 25 Stunden in der Woche.

"Das Projekt der Gemeinde ist im Naherholungsgebiet Jersleber See angesiedelt", bestätigte Marcel Pessel, Bereichsleiter Hauptamt, gestern auf Anfrage. Zum Naherholungszentrum gehören Bungalowsiedlung, Campingplatz und Strandbad. Die Campteilnehmer helfen bei Pflegearbeiten am Strand, beim Beschneiden von Hecken, beim Entfernen von Wildwuchs und Anschwemmungen im Uferbereich und setzen kleinere Renovierungsarbeiten (Gestaltung des Rettungsturmes, Sandaustausch auf dem Spielplatz) um. Die 16 jungen Leute aus unterschiedlichen Nationen wohnen in einem Gebäude auf dem Campingplatz. Nach getaner Arbeit können sie direkt in den See springen, Beach-Volleyball spielen oder in anderer Form ausspannen. In der Ortschaft Barleben können sie Skateranlage und Bolzplatz nutzen. Bowling ist im nahe gelegenen Freizeitcenter US-Play auf dem Pfahlberg möglich. Auch eine Kanufahrt auf der Elbe steht auf dem Programm. Den jungen Leuten stehen Fahrräder zur Verfügung, mit denen sie Ausflüge nach Magdeburg oder zum Wasserstraßenkreuz mit der gigantischen Trogbrücke machen können.

Dreiwöchige Workcamps sind frei ab 16 Jahre und auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich. Die Workcampgruppen bestehen aus maximal 20 Teilnehmern. Hinzu kommen zwei Campleiter. Die verstehen sich nicht als Animateure, sondern als Teil der Gruppe. Sie sind für bestimmte Aufgaben und formale Dinge zuständig, zum Beispiel den Kontakt zum Kooperationspartner (im konkreten Fall ist das die Gemeinde Barleben) oder das Ankurbeln des Gruppenlebens. Selbstorganisation wird in einem Workcamp großgeschrieben. Der Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) e. V. als Ausrichter verzichtet bewusst auf einen lückenlos durchorganisierten Alltag und erwartet vielmehr von den Teilnehmern die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung des Gruppenlebens. Die Gruppe organisiert ihren Alltag selbst, das heißt Einkaufen, Kochen und Freizeitprogramm. Die Unterkünfte sind einfach; in den meisten Fällen sind es feste Häuser, manchmal auch Zelte. Es steht ein bestimmtes finanzielles Budget zur Verfügung. Internationalen Koch-Fantasien sind keine Grenzen gesetzt sind. Übrigens: Campsprache ist fast immer Englisch.