Fünf Tage lang stand der Gedankenaustausch unter Menschen aus zwei Nationen in Colbitz und Umgebung im Mittelpunkt. Im Colbitzer Pfarrbereich waren Gäste aus dem englischen Stourbridge zu Besuch. Gemeinsam wurde die Partnerschaft lebendig weitergeführt, die bereits seit zehn Jahren besteht.

Colbitz. Eine enge Freundschaft verbindet seit zehn Jahren die Kirchengemeinden aus Colbitz und Umgebung sowie Stourbridge. Jahr für Jahr besuchen sich die Gemeindeglieder gegenseitig, einmal geht es für die Colbitzer nach Stourbridge, im nächsten Jahr umgekehrt.

Vor ein paar Tagen war es wieder soweit : Eine neunköpfge Delegation aus England reiste in Colbitz an und waren von der ersten Minute an von der Gastfreundschaft begeistert. " Wie lieb und wie gastfreundlich die Colbitzer sind, ist unbeschreiblich. Trotz der Sprachbarriere fühlt man sich wie zu Hause ", sagte Reverend Ron Curtis, Pfarrer aus Stourbridge.

Das fünftägige Treffen wurde unter ein Thema gestellt, es hieß : " Wer ist Martin Luther ?" Entsprechend hatten sich die Colbitzer auch ein umfangreiches Programm für ihre englischen Freunde ausgedacht und trafen damit voll ins Schwarze.

Schon der Film über Martin Luther in Englisch mit deutschen Untertiteln am Begrüßungsabend am Donnerstag ließ Reverend Ron Curtis und die Dolmetscherin Berenice Sharp schwärmen : " Das hat uns sehr beeindruckt !" Ebensolche Worte fanden sie auch für den gemeinsamen Gesang in der Kirche im Anschluss. " Wir haben in unseren Gesangsbüchern auch Lieder mit deutschem und englischem Text ", erklärte der Colbitzer Pfarrer Dieter Kerntopf. So wurde dann ein Lied zweisprachig gesungen. " Das war richtig toll ", sagte Berenice Sharp.

Am Freitagvormittag stand eine Fahrt nach Magdeburg an, natürlich waren dabei auch die Spuren Luthers von großem Interesse. Auf einem Stadtspaziergang erkundeten sie, was man bei einem Besuch von Magdeburg " gesehen haben muss ", beispielsweise den Dom, die Johanniskirche oder das Hundertwasserhaus.

Am Nachmittag ging es dann mit der Pferdekutsche durch den Lindenwald und die Umgebung. Zwei Stunden lang harrten sie trotz Feuchte und Kälte auf den Wagen aus, doch das, was sie alles sahen, entschädigte. Aufwärmen konnten sich die Mitglieder aus dem Pfarrbereich Colbitz und ihre Gäste dann in der Scheune an der Colbitzer Mühle. Hier war der Abendbrotstisch reichlich gedeckt.

Das Programm wurde am Sonnabend mit einem Besuch in Wittenberg, wo Luther einst die Thesen an die Kirchentür schlug. Der Gottesdienst am Sonntag wurde als Zentralgottesdienst gestaltet und trug den Gedanken, sich unter einander auszutauschen. " Wir haben ein Europa und können voneinander lernen, auch weil wir eine unterschiedliche Geschichte haben ", sagte Kerntopf. Dieser Gedanke wurde auch in den Familien getragen, in denen die Engländer übernachteten oder zu Mittag aßen. Bevor die Gäste aus Stourbridge heute die Heimreise antreten, wurde gesten Abend Abschied gefeiert und wird heute Morgen noch dem Bodelschwingh-Haus in Wolmirstedt ein Besuch abgestattet.

Und immer wieder wurde auch an die Anfänge der Partnerschaft gedacht : Vor 17 Jahren hatte die Landeskirche Kontakt zum Kirchenkreis Worcester aufgenommen. Ziel war es, dass die Gemeinden von hier Partnerschaften zu Gemeinden dort aufbauen. Als die Familie Kerntopf dann 1999 privat in England weilte, wurden Nägel mit Köpfen gemacht und die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Colbitz und Stourbridge vorbereitet. Nur wenige Monate später – im September des gleichen Jahres – wurde die Partnerschaft besiegelt.

Darauf kann heute aufgebaut werden und so sind sich die Partner sicher, das sie auch für weitere Treffen immer wieder neue Themen f nden werden.