Die Stimmung war spitze, das Wetter auch. Und als dann zwei Fallschirmspringer mit dem Wanderpokal eine Punktlandung im Mittellandkanal hinlegten, da war klar – der 11. Großboot-Cup ist schwer zu toppen.

Elbeu. Die Siedlung, Zufahrtsstraße zum Bootshaus der Kanuten, ist eine Tempo-30-Zone. Das nahmen einige der beim 11. Großboot-Cup angetretenen Mannschaften ziemlich ernst und versuchten, in ihren Rennen an der magischen 30-Sekunden-Grenze zu kratzen.

Dabei sollte aber nicht vergessen werden – der Großboot-Cup ist ein Spaßpokal. Einmal im Jahr trifft man sich mit Kind und Kegel am Bootshaus zur größten Breitensportveranstaltung des Landkreises. Sportliche Erfolge gab es am Sonnabend aber auch zu berichten. Während Nachwuchstrainer Lutz Neumann im Boot " Das Amt " mitpaddelte und sich ansonsten zusammen mit Nicole Jakob um Zeiterfassung und Ergebnisse kümmerte, feierten seine Schützlinge in Brandenburg große Erfolge. Felix Gebhardt wurde im Einercanadier Ostdeutscher Meister und holte diesen Titel zusammen mit Martin Kliemann nochmals im Zweierkanadier. Kein Wunder, dass am Kanal noch mehr als sonst gefeiert wurde.

Damit der Nachwuchs weiterhin so erfolgreich trainieren kann, braucht der Kanuverein neue Boote. Im Namen der Stadt spendete Bürgermeister Dr. Zander 1000 Euro, genau so viel kam nochmal durch die Sparda-Bank aufs Vereinskonto. Auch einige der 40 angetretenen Teams spendeten spontan kleine und größere Geldbeträge.

Die Elbeuer Kanuten kümmern sich aber nicht nur sehr gut um ihren Nachwuchs – beim 11. Großboot-Cup hatte man auch ein Herz für Familien und die älteren Semester. So wurde ein Pokal für die " Dolle olle schnelle Jolle " ausgeschrieben. In einem Viererfinale der Mannschaften, bei denen das Alter der Teilnehmer in der Summe 333 Jahre überstieg, sicherten sich die " Volleybären " den Sieg. Ungeschlagene Alterspräsidenten waren dagegen die Ohrebus-Männer, deren Gesamtalter im Achterteam bei 442 Jahren lag.

Keinen sportlichen, sondern einen Kreativitätswettstreit, lieferten sich in diesem Jahr drei Frauenmannschaften um den Spaßpokal. Am Ende siegten die " Lady Gagas ". " Eure Tischdecken, Tapeten und Schleifen sehen wir am kommenden Wochenende beim großen Festumzug ", erklärte Moderator Joerg Landmann den Zusatzgewinn. Dürfen doch die Spaßpokal-Gewinner auf einem Festwagen Platz nehmen und werden so noch zusätzlich für ihre Bastelmühen belohnt.

Weniger überraschend war dagegen die Verkündung der Sieger des Großboot-Cups. So gingen die Plätze eins und zwei bei den Männern sowie die Kanalrakete ( für die schnellste gefahrene Zeit ) nach Zielitz. Bei den Damen holten sich die " Elbeuer Ohremöven " den Pokal.

Dafür, dass sie überhaupt etwas überreicht bekamen, hatten am frühen Abend Mario Scherer und Rainer Kraska gesorgt. Die beiden Männer vom Fallschirmsportverein Magdeburg waren mit dem Pokal in der Hand – nicht ganz passend zum Jubiläum, aber nicht weniger beeindruckend – auf 1500 Metern aus dem Flugzeug gesprungen, um direkt im Mittellandkanal zu landen, während das zahlreiche Publikum am Kanal den Reinhard Mey-Klassiker " Über den Wolken anstimmte ".

Für die beiden Männer war es jeweils die erste Wasserlandung, die sie aber – von Applaus und Jubelschreien begleitet – perfekt hinlegten. " Die Bedingungen von Wind und Sicht waren ideal, der Sprung war ein super Erlebnis, vor allem, weil wir den Gesang auch hören konnten ", erklärte Mario Scherer, nachdem man ihn aus dem Wasser geholt hatte.

" Das war in diesem Jahr unser Feuerwerk ", wies Lutz Neumann nach der Landung der Springer schmunzelnd darauf hin, dass man zugunsten der besonderen Aktion zur 1000-Jahr-Feier auf ein Feuerwerk verzichtet hatte. Dabei musste das keiner vermissen. Denn während DJ Franky wie gewohnt den Tänzern keine Pause gönnte und einen Hit nach dem anderen auflegte, war das Feuerwerk des Barleber Heimatfestes am Horizont gut zu erkennen.