Wolmirstedt ist ein fruchtbares Städtchen. Allein im vergangenen Jahr kamen in der Ohrestadt und den Ortsteilen 87 Babys zur Welt. Grund genug für die hiesigen Strickomis, sich ein Begrüßungsgeschenk für den Nachwuchs auszudenken.

Wolmirstedt. " Stricklieseln klingt viel flotter, Omis klingt so alt ", sagt Anneliese Denike lachend, während sie eine große Plastiktüte auf dem Tisch vor dem Bürgermeister entleert.

Darin enthalten sind 70 Paar Babyschuhe in den unterschiedlichsten Farben. In Hand- und vor allem großer Fleißarbeit haben die zwölf Strickomis, die sich wöchentlich im Haus der sozialen Dienste in der Bahnhofstraße treffen, die winzigen Schühchen geschaffen.

Drei Babyschuhe pro Sitzung

" Wenn man schnell ist, schafft man drei solcher Babyschuhe, also anderthalb Paar, an einem Tag ", erklärt Anneliese Denike, in welchem Tempo bei ihr die Nadeln klappern.

Die Strickomis gibt es mittlerweile seit 17 Jahren, Hilde Bergmann ist von Anfang an Vorsitzende der Frauengruppe. Mit dem Stricken von Babysachen kennen sich die Damen aus, strickten auch schon für die Frühchenstation des Olvenstedter Krankenhauses und für die Puppen der Wolmirstedter Kindergartenkinder. Nun also die Babysöckchen. Entstanden ist die Idee auf der Weihnachtsfeier des vergangenen Jahres. " Weil wir es schön finden, wenn der Nachwuchs mit einem kleinen Geschenk begrüßt wird ", so Hilde Bergmann.

Dem stimmt auch der Bürgermeister zu. Eine finanzielle Zuwendung, wie in einigen Gemeinden des Umlandes, soll es in Wolmirstedt für die Babys zwar weiterhin nicht geben. " Aber wir denken darüber nach, zusätzlich zu den Schuhen ein kleines Präsent, eventuell einen Rauchmelder, wie mal durch den Stadtrat angeregt, beizulegen. "

Ein Problem stellt die Verteilung dar

Unklar ist bisher allerdings, wann die Verteilung startet und wie man diese handhaben will. Ohne eigenes Krankenhaus und Entbindungsstation ist es schwer, den Überblick über die Neuankömmlinge zu bekommen.

Vierfachgroßvater Zander beteuert aber, dass man derzeit darüber nachdenke, wie man die Übergabe der Präsente handhaben werde.

Die Strickomis lassen derweil weiter fleißig die Nadeln klappern, denn Babyschuhe werden immer gebraucht. Vor allem, weil mit der Eingemeindung von Glindenberg ein weiterer Ortsteil mit Nachwuchs dazukommt.

" Wir stricken mit gespendeter Wolle ", erklärt Hilde Bergmann. Wer die rüstigen Damen unterstützen will, kann gerne im Haus der sozialen Dienste Wolle abgeben. " Allerdings brauchen wir gerade für die Söckchen feine Wolle ", spricht Anneliese Denike eine Bitte aus dem Nähkästchen.