Auch wenn erst für die nächste Woche freundlichere Aussichten bestehen: In Sachsen-Anhalt beginnt heute offiziell die Badesaison. Sie dauert allgemein bis 15. September. Am Jersleber See werden bei entsprechender Witterung wieder Rettungsschwimmer der Wasserwacht vom Turm aus ein wachsames Auge auf die Badegäste haben. Die Wasserwacht ist ein eingetragener Verein unterm Dach des Deutschen Roten Kreuzes.

Jersleben. Mit roten oder grünen Fähnchen wurde dem Gast im Naherholungszentrum Jersleber See in den letzten Jahren signalisiert, ob Badeaufsicht vorhanden ist oder nicht. Eine fest zugesicherte Bewachung der Badesbetriebes durch Rettungsschwimmer erfolgte nur auf Abforderung und gegen Auslagenerstattung. "Tafeln und Fähnchen sind verschwunden", sagt Birgit Hagemann, die seit April am Jerleber See wieder die Stelle des Betriebsleiters besetzt. Hagemann hat frühzeitig gehandelt und zur Sicherstellung des Badebetriebes sowie zur Versorgung mit Erster Hilfe bei Bade- und Schwimmunfällen wieder die Wasserwacht aus Magdeburg gebunden. Schließlich sind ein seeeigenes Boot, Funkgeräte und anderes Equipment für den Einsatzfall vorhanden. Es wurde nur vor-übergehend "eingemottet". "Unsere Zusammenarbeit hat bis vor drei Jahren sehr gut funktioniert. Dann gab es neue Strukturen im Naherholungszenrum und wir haben uns anderen Aufgaben gewidmet", sagt Andreas Lehning, Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins unterm Dach des Deutschen Roten Kreuzes. Für die Rettungsschwimmer aus Magdeburg gibt es das ganze Jahr über Einsatzmöglichkeiten, darunter die Bewachung des Badebetriebes im Rollibad in Haldensleben. Während der Sommerzeit gehört nun der Jersleber See wieder zu den Einsatzorten, "übrigens im Einvernehmen mit der Wasserwacht im hiesigen Rotkreuz-Kreisverband", so Andreas Lehning. Beabsichtigt ist, den Rettungsturm in der Vor- und Nachsaison in der Zeit von 13 bis 19 Uhr zu besetzen, bei entsprechender Witterung bis 20 Uhr. In der Hauptsaison – sprich mit Beginn der Schulferien in Sachsen-Anhalt am 24. Juni – sind die Rettungsschwimmer von 10 bis 19 Uhr zur Stelle; bei sommerlicher Witterung entsprechend länger. Im Naherholungszentrum Jersleber See werden in der Regel sehr junge und gut ausgebildete Rettungsschwimmer eingesetzt, je nach Publikumsverkehr ansteigend zwischen zwei und sechs Kräfte.

Die Wasserwacht betreut bundesweit mit ihren Wachstationen Badegewässer ganz unterschiedlicher Art. Auch größere Veranstaltungen am Wasser, wie Ruder- und Segelregatten, werden durch sie abgesichert. Die Helfer leisten einen großen Beitrag zur Sicherheit am und im Wasser durch die Ausbildung von Nichtschwimmern zu Schwimmern oder von Schwimmern zu Rettungsschwimmern. Auch dem Naturschutz füllt sie sich verpflichtet. Für die Gesundheit und das Badevergnügen der Bürger sind saubere Gewässer von großer Bedeutung. Daher führen die Helfer vielerorts Streifen durch und beseitigen Unrat von Stränden und aus den Gewässern selber. "Die Kameraden leisten ihren Dienst freiwillig, unentgeltlich und ausschließlich in ihrer Freizeit – aus Spaß am Sport und aus Freude am Helfen", unterstreicht Andreas Lehning. Lediglich für die An- und Abreise zum Einsatzort gibt es eine Aufwandsentschädigung.

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