Beim Sandmannball in Güterglück gibt es nicht nur intime Einblicke in die Nachtwäsche der Gäste. Die Güterglücker Karnevalisten begeistern ihr Publikum zweieinhalb Stunden lang. Nach vielen Zugaben sehnen sich die Narren nach einer Verschnaufpause.

Güterglück l "Sind wir gut?", ruft Uwe Tittel in die Runde der Narren nach dem Programmende. "Ja", schallt es aus vielen Kehlen zurück. "Und wir werden immer besser", antwortet Uwe Tittel.

In zweieinhalb Stunden Programm haben die Karnevalisten von Gold-Grün Güterglück alles gegeben. Das Publikum, sagt Vereinschef Falko Zeidl spät am Abend, sei sehr gut gewesen. Die Gäste machten die Späße mit und zeigten sich in Feierlaune.

Dabei hatten Sabine Dorn und Corinna Buchholz bei ihrer Bütt sichtlich Mühe mit dem Publikum. Immer wieder mussten die Besucher zur Ruhe gerufen werden, weil sie den Ausführungen der beiden Frauen im Wartezimmer beim Frauenarzt nicht mit der gebotenen Konzentration folgen wollten. Nachdem sich die beiden durch allerlei Kalauer gearbeitet hatten, nahm der Dampfer Fahrt auf. Musikalisch bewegten sich die Güterglücker um die Welt und begeisterten das Publikum mit zahlreichen Tanznummern.

Noch in der Aufwärmphase hatten hier Joana und Mutter Sandra als Duo die Massen begeistert. Obligatorisch kam der Ruf Zugabe aus dem Publikum.

Viele Zugaben sollten es bis zum Schluss der 17 Nummern umfassenden Vorstellung werden. Je später die Stunde rückte, desto ausgelassener feierte das Publikum mit. Als das Herrenballett mit einer bayerisch angehauchten Tanzeinlage das heimische Publikum von den Stühlen riss, war auch Ortsbürgermeister Lutz Voßfeldt dabei.

Programmchef Uwe Tittel beorderte ihn sogleich mit seiner Frau Annette auf die Tanzfläche, um bei der Zugabe mitzumachen. Dabei stellte sich der Hobbypolitiker so geschickt an, dass es aussah, als habe er die Nummer mit trainiert. "Das war nicht abgesprochen", konnte er aber beruhigen. Dennoch dürfte sein Tanztalent den Karnevalisten nicht engangen sein. Immerhin mussten sie ihren Auftritt dreimal vorführen, ehe das Publikum mit den nach Luft ringenden Narren Mitleid hatte und sie in die Umkleide entließ.

Die eigentlichen Stars waren aber die Damen. In zahlreichen Nummern zeigten sie ihr tänzerisches Talent. Besonders die Schlussnummer brachte den Saal zum Kochen. Mit einem Cancan endete das Programm farbenfroh und ausgelassen. Dreimal mussten die Frauen die Rücke in die Höhe schwingen, ehe sie sich ausruhen konnten.

Vor allem die Vielfalt des Programms begeisterte das Publikum. Spontan sprangen alle von den Stühlen, als sich die Karnevalisten zum Schlussbild aufbauten und ihr Karnevalslied sangen. "Das hat Spaß gemacht", kommentierte Vereinschef Falko Zeidl den Abend. Am kommenden Sonnabend veranstalten die Güterglücker ihre Prunksitzung. Da werden dann auch die Orden an die Mitwirkenden verliehen. Viele hätten sich gleich mehrere Auszeichnungen verdient.

Doch bevor die Karnevalisten an die letzte Sitzung in dieser Session denken können, steht ihnen erst einmal viel Arbeit bevor. Das ganze Bühnenbild wurde gestern abgebaut. Am Freitag wird es wieder errichtet.

   

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