Auf den Kinderbauernhof in Reuden/Anhalt erholen sich jedes Jahr Kinder und Jugendliche aus Brjansk. Inzwischen sind auch Asylbewerberfamilien Gäste im Vereinshaus und erfahren Unterstützung.

Reuden/Anhalt l Der Verein "Hilfe für Tschernobylkinder in Brjansk" wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, Waisenhäuser, Krankenhäuser, kirchliche Einrichtungen und bedürftige, kinderreiche Familien im am stärksten radioaktiv kontaminierten Gebiet Rußlands, Brjansk, zu unterstützen. Vieles konnte für Waisenhäuser vor Ort getan werden. In Reuden/Anhalt wurde ein alter Bauernhof saniert. Zahlreiche Familien, Waisen, Kinder und Jugendliche konnten in den letzten Jahren hier einige Zeit zur Erholung verbringen. Das Engagement des Vereins, allen voran der Vereinsvorsitzenden Dr. Ljuba Schmidt, ist ungebrochen und bezieht nicht mehr nur Familien aus Rußland ein.

"Unter dem Motto ,Willkommen in Deutschland` haben wir mehrere in Vockerode lebende Asylbewerberfamilien zu unserem Kinderbauernhof nach Reuden/Anhalt eingeladen", berichtete Dr. Schmidt. Sie wurden mit notwendiger Kleidung, mit Schuhen und Spielzeug für die Kinder versorgt. Durch Unterstützung treuer Sponsoren konnten auch Geschenke und Süßigkeiten verteilt werden. Vor Ort hatten die Kinder viel Spaß beim Spielen in dem gemütlich eingerichteten Vereinshaus. Die Eltern hatten Gelegenheit, zu erzählen und sich über ihre Lebenserfahrung auszutauschen.

Eine weitere Betreuung der hilfesuchenden Asylbewerberfamilien, die in völliger gesellschaftlicher Isolation im Landkreises oder in Städten leben, ist vom Verein vorgesehen. "Wir möchten sie unterstützen und begleiten", so Ljuba Schmidt, die weiß, dass das eine langfristige Aufgabe wird, die Flexibilität und Offenheit erfordert, gleichzeitig aber als eine Bereicherung der bisherigen Arbeit anzusehen sei.

Zum weiteren Schwerpunkt gehört nach wie vor der Ausbau und die Gestaltung des Kinderbauernhofes, insbesondere unter dem Aspekt bedarfsgerechter Betreuung und Versorgung kinderreicher Familien aus Russland. Dazu gehört die Pflege des vor Jahren entstandenen Netzes von Sponsoren und Freunden des Vereins, aber auch das Knüpfen von neuen für eine Zusammenarbeit bestimmenden Kontakten.

Ein besonderer Höhepunkt war die bauliche Abnahme des Vereinsdomizils in Reuden/Anhalt durch das Bauordnungsamt. "Die offizielle Information bestätigte ,Die bauliche Anlage ist entsprechend der erteilten Baugenehmigung ausgeführt worden`", freute sich die Vereinsvorsitzende über den letztendlichen Erfolg, nachdem immer wieder neue Auflagen zu erfüllen waren und die eigentlich fertige obere Etage des Objektes nicht genutzt werden durfte.

Dr. Ljuba Schmidt blickt zurück: "Zehn Jahre intensiver ehrenamtlicher Sanierungsarbeit sind durch deutschlandweite Unterstützung gepaart mit vielseitigen Projekten zur Einladung von jugendlichen Waisen und sozialschwachen kinderreichen Familien vergangen. Trotz Enttäuschungen und Rückschlägen, die wir zu verkraften hatten, haben wir es geschafft, dieses umfangreiche und für unseren kleinen Verein gewaltige Projekt zu vollenden."

Das bedeute jedoch noch lange nicht, dass es keine Herausforderung mehr gibt. Die Erhaltung des Hauses, die Modernisierung der anfangs durch Berufsschüler sanierten Räume und weiterer Gestaltung der Außenanlage sowie die Organisation nächster Aktionen und Projekte des Vereins erfordere nach wie vor viel Kraft und Arbeitsfähigkeit der Mitglieder und Freunde. "Mit Zuversicht, Optimismus und Mut sehen wir neuen Aufgaben entgegen", so Dr. Schmidt.

Mehr Informationen zum verein "Hilfe für Tschernobylkinder in Brjansk" unter www.waisenkinder-brjansk.de.

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