Die Polizeidirektion Ost in Dessau hat die Verkehrsunfallbilanz 2013 vorgestellt. In einem Satz: Weniger Unfälle, weniger Leichtverletzte und weniger Tote als im Jahr 2012.

Dessau/Zerbst l Die verkehrspolizeiliche Sicht auf das Jahr 2013 ist durchaus positiv. Wie aus der gerade herausgegebenen Verkehrsunfallstatistik 2013 der Polizeidirektion Ost in Dessau hervorgeht, hat sich die Zahl der Unfälle, die Zahl der Unfälle mit leicht Verletzten und die der Unfälle mit Getöteten im Vergleich zum Jahr 2012 durchweg verringert. Lediglich die Anzahl der bei Unfällen schwer verletzten Personen hat sich gegenüber 2012 um vier auf nunmehr 420 erhöht.

21 667 Personen waren 2013 an den insgesamt 12 730 Unfällen zwischen Brehna, Jessen und Reuden beteiligt. Dem steht eine Steigerung der beteiligten Fahrzeuge um 550 gegenüber (gesamt 2013: 21 532 Fahrzeuge). Und es gab natürlich die Extrem-Tage: Am 18. März 2013 kam es im PD-Bereich zu 91 Unfällen mit zwölf Verletzten. Am 29. Dezember war es sehr ruhig. Hier wurden lediglich neun Unfälle, die ohne Personenschäden abgingen, registriert.

Die Polizei hat einen deutlichen Rückgang bei den tödlich Verunglückten außerhalb geschlossener Ortschaften festgestellt. Deren Anteil sank um 44 Prozent. Auf der Autobahn hingegen stiegt die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Todesfolge um 60 Prozent, was vornehmlich einem schweren Unfall am 20. Juni geschuldet ist. Bei einem Auffahrunfall am Stau-Ende wurden fünf Pkw und ein Lkw beschädigt. Vier Personen starben, drei wurden schwer und drei weitere leicht verletzt. Insgesamt verglichen, kam es innerhalb der PD Ost auf 100 000 Einwohner bezogen zu weniger Unfällen als im Landesdurchschnitt, obwohl hier eine höhere Fahrzeugdichte besteht.

Im Vergleich der Reviere der PD Ost stellen sich indes erhebliche Abweichungen dar. Diese führt die Polizei auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zurück, die je nach Straßennetz in den einzelnen Revierbereichen gefahren werden. Grundsätzlich bestätigte sich die alte Erkenntnis: Je höher die Geschwindigkeit, umso schwerer die Unfallfolgen. Konkret in Zahlen: In Anhalt-Bitterfeld wurden zehn Personen bei Verkehrsunfällen getötet, in Dessau-Roßlau waren es zwei, im Landkreis Wittenberg waren es sieben und auf der A9 acht.

Die Liste der Hauptunfallursachen wird erneut und deutlich von den Wildunfällen angeführt (siehe Grafik). Erheblich gesunken ist die Ursache "Abstand". Die Anzahl der Unfälle unter Alkohol - an den Unfallursachen mit 1,67 Prozent beteiligt (213 Unfälle) - ist auch leicht gesunken, allerdings ist die Anzahl der festgestellten "folgenlosen Trunkenheitsfahrten" nur leicht gesunken. Interessant besonders die Promille-Zahlen: Zwei Drittel aller alkoholbeeinflussten Unfallfahrer hatten mehr als 1,1 Promille im Blut. Lediglich sieben Prozent hatten das berühmte Gläschen Wein intus (unter 0,5 Promille).

Interessant auch der Trend bei den jungen Fahrzeugführern. Sie sind in allen Unfallursachen führend, obgleich sie den geringsten Anteil an Verkehrsteilnehmern stellen. Allerdings sinkt ihr Anteil im Jahresvergleich. Dafür steigt der Anteil der über 65-jährigen Unfallverursacher.