Konzerte, Schlossabend, Taschenlampenführung und neue Töpfe - das sind nur Auszüge aus dem prallvollen Plan für 2014 des Fördervereins Schloss Zerbst. Vorstandsmitglied Jana Reifarth gab einen kurzen Ausblick auf das, was kommen soll in 2014.

Zerbst l Neues und Bewährtes soll das Jahr 2014 im Förderverein des Schlosses Zerbst prägen, kündigte Vorstandsmitglied Jana Reifarth bei der Jahreshauptversammlung des Vereins an. Dabei wolle man auch Mut zur Lücke zeigen, in dem man "auch mal etwas weglässt" und dafür neue Wege beschreitet. "Wir wollen als Verein einfach aktuell bleiben und nicht langweilig werden", begründete sie. So stehen sieben Konzerte auf dem Jahresplan, ebenso elf Tage, die für große Besucherzahlen geöffnet werden sollen zu Anlässen wie dem Bollenfest, zusätzlich natürlich spezielle Veranstaltungen wie der traditionelle Schlossabend. Dieser findet im übrigen am 23. August statt, dieses Mal unter dem Motto "Spanischer Abend". Das Thema scheint anzukommen, sind doch schon fast alle Karten verkauft, berichtete Reifarth.

Ebenso großen Zuspruch wie der Schlossabend erhofft sich der Verein bei der Wiedereröffnung der Fotoausstellung "Zarskoje Selo - Die Sommerresidenz der Zaren Russlands". Die Wiedereröffnung soll am 25. April um 19 Uhr stattfinden.

Neben den vielen Veranstaltungen soll es aber natürlich vor allem am und im Zerbster Schloss weitergehen. Fest im Plan steht die Südfassade, hier sollen Dach, Sims und Treppe erneuert werden. Weiter geht es an der Nordseite. Hier will man die Gewölbe und Decken in Angriff nehmen. "Hier sollen die Fürstensärge ausgestellt werden", erklärte Reifarth. Diese liegen dem Verein sehr am Herzen. "In den Särgen ist die Familie von Katharina beigesetzt. Sie schaffen damit einen echten, greifbaren Bezug zu Katharina. Das ist sehr wichtig, denn gerade das birgt unheimlich großes touristisches Potenzial in sich." Noch sind die Särge aber nicht saniert, so dass man sie ausstellen könnte. "Hier hoffen wir noch auf Unterstützung", so Reifarth.

Dann kündigte Jana Reifarth Farbe an. "Das Zedernkabinett soll gestaltet werden. Hier wollen wir wieder auf maßstabsgetreue Fototapete setzen, die den Urzustand zeigen soll. Um das Bild zu vervollständigen sollen dann auch passende Möbel das Bild ergänzen", blickte sie in die Zukunft. Aber auch in andere Räume soll mehr Farbe einziehen. "Es sollen Portraits Rahmen bekommen und aufgehängt werden."

Ein ganz neues Projekt ist der Keller des Schlosses. Hier sind durch ABM-Kräfte einmal ein Brunnen und ein Herd zum Vorschein gekommen. "Diese ehemalige Küche soll auch als solche erkennbar gemacht werden. Einige Töpfe haben wir dazu schon gekauft", kündigte das Vorstandsmitglied an. Mit dem Thema Elektrizität sieht es vorerst noch schlecht aus. Aber auch hier weiß man sich auf innovativem Weg zu helfen. "Wir könnten uns hier Taschenlampenführungen mit Schulklassen vorstellen", verriet sie die Idee.

Anschaulich soll es dann weitergehen, denn auch von Außen soll das Schloss weiter gewinnen und deutlich machen, wo man richtig ist. "Zu diesem Zweck wollen wir das Portal auf der Hofseite mehr visualisieren, damit die Besucher sich orientieren können."

Aber nicht nur neue Ideen sollen umgesetzt werden. Auch alte Ideen sollen fortgesetzt werden. So sollen in diesem Jahr weitere Postkartenmotive kommen, dieses Mal auch mit einem Farbmotiv. Außerdem soll der kleine Schlossführer, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, einen Beileger bekommen, der das Büchlein auf den neusten Stand bringt.

Bei so vielen Ideen, die es im Verein selbst gibt, findet man es natürlich sehr erfreulich, dass in der Arbeitsgruppe Schloss mittlerweile auch ein Nutzung- und Entwicklungskonzept erstellt wurde, das in diesem Jahr als Diskussionsgrundlage dienen soll. Welche Ideen Bestand haben und umgesetzt werden können, wird sich dann entscheiden.

Alles in allem hat sich der Förderverein Schloss Zerbst für ein Jahr wieder sehr viel vorgenommen. "Das werden wir nur mit vielen Freiwilligen und viel Engagement bewältigen können", rief Reifarth die Mitglieder auf, sich für Einsätze freiwillig zu melden.

Vor allem die neu geplante Öffnungszeit am Sonntagnachmittag, von der man sich neue Besucher erhofft, muss mit Freiwilligen besetzt werden. Bei so einer Öffnung sind immerhin mindestens zehn Leute nötig, um Führungen, Beaufsichtigungen und Verkaufsstand zu besetzen. "Hier bauen wir auf unsere Mitglieder, aber es haben sich auch schon zahlreiche Freiwillige gemeldet", verriet Reifarth.

Um wieder täglich öffnen zu können, hofft der Verein erneut auf eine Stelle, wie sie Wolfgang Rademann 32 Monate in seiner Maßnahme "Aktiv zur Rente" besetzte.