468 Mitglieder sind im Turnverein Gut Heil Zerbst organisiert. Mit einem Sportfest soll das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den zehn Abteilungen gestärkt werden. Zugleich will der Verein ab sofort konsequent gegen hartnäckige Beitragsverweigerer vorgehen.

Zerbst l 34 Mitglieder hat der Turnverein (TV) Gut Heil Zerbst im Vergleich zu 2012 verloren. Diese Zahl nannte Präsident Dietmar Mücke auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende. "Die haben wir verscheucht", merkte er kritisch zur Abteilung Badminton an, in der sich 2013 niemand gefunden hatte, dem beruflich stark eingebundenen Fabian Grüneberg einige Trainingsarbeit mit Kindern und Jugendlichen abzunehmen. Konsequenz: "Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen gibt es hier in diesem Sinne nicht mehr". Die Jugendlichen, die geblieben sind, trainieren bei den Erwachsenen mit. Andere hat Dietmar Mücke inzwischen in einem anderen Verein gesehen.

Dem Sportbund sei die Problematik des zeitaufwendigen Erwerbs der Übungsleiterlizenz bekannt. Daran liege es auch in Zerbst, dass sich wenige dafür finden, setzte der Präsident hinzu.

"Es ist keiner bereit, den Trainerschein zu machen", konstatierte Annemarie Lüdicke. Sie bräuchte in ihrer Abteilung Schwimmen dringend Hilfe, warb sie auf der Jahreshauptversammlung.

Für Turbulenzen sorgte ebenso das spontane Ausscheiden einer Übungsleiterin in der Abteilung Gymnastik. Die Nachfolgerin, Annika Johannes, war zu Beginn teilweise sehr skeptisch behandelt worden. Inzwischen komme sie jedoch sehr gut an, wurde auf der Jahreshauptversammlung gelobt.

Derweil bemüht sich die Abteilung Tischtennis, weiterhin mit zwei Mannschaften im Wettkampfsbetrieb zu spielen.

Nach wie vor ein Erfolgsmodell ist die Abteilung Fitness. Wer dort Mitglied werden möchte, muss sich auf einer Warteliste eintragen. Zu den zehn Abteilungen des Turnvereins zählt auch die Kultur mit dem CCZ, der im Winter seine erfolgreiche 36. Session feierte. Der Kinderkarneval habe den Kindern einen "unvergesslichen Nachmittag" beschert, hob der Präsident hervor.

Um den Zusammenhalt der Abteilungen zu stärken, soll im Juni wieder ein Vereinssportfest veranstaltet werden, das Mitgliedern zwischen "fünf und 105 Jahren" gleichermaßen Freude bereiten soll.

Sowohl von Dietmar Mücke als auch von den Kassenprüfern erhielt Nancy Heise für ihr erstes Jahr als Schatzmeisterin des Turnvereins ein gutes Zeugnis ausgestellt. "Sie hat mit viel persönlichem Fleiß die Finanzen des Vereins im Griff", sagte Dietmar Mücke. Die Schatzmeisterin stellte in ihrem Bericht die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2013 vor und hatte am Ende im Vergleich zum Vorjahr nur deshalb ein kleines Minus zu stehen, weil nicht mehr alle Buchungen im Dezember hatten vorgenommen werden können.

Da sich Friesenhalle und Sportplatz im Eigentum des Turnvereins befinden, muss Gut Heil sämtliche Instandhaltungskosten tragen. Geld wurde für einen Benzinrasenmäher, eine Elektrokettensäge und einen neuen PVC-Belag zur Auslegung der Friesenhalle ausgegeben. Im Bühnenbereich und am Bühnenaufgang war die Abteilung Kultur aktiv. Die Kosten in Höhe von 1600 Euro wurden privat durch die Abteilung und einen Sponsor getragen. Daneben hat auch die Abteilung Fitness Geräte im Wert von rund 500 Euro angeschafft und aufgearbeitet. Die Abteilung Kegeln ist engagiert bei der Seniorenweihnachtsfeier des Vereins, die Abteilung Gymnastik beispielsweise beim Umzug des Bollenmarktes.

Nach der Wärmeisolierung des Dachbodens ist der Ölverbrauch deutlich zurückgegangen, aber immer noch zu hoch. "Nach Rücksprache mit einem Fachmann haben wir festgestellt, dass unsere Heizungsanlage überdimensioniert ist. Im Sommer müssen die Kessel nur zur Warmwassererzeugung betrieben werden", erklärte Dietmar Mücke. Der Umstieg auf Stadtgas würde jedoch 14 000 Euro kosten. Zu überlegen wäre, ob der Turnsaal der Friesenhalle zuvor noch einen frischen Anstrich erhält. Hier ist mit einer Ausgabe von rund 3000 Euro zu rechnen.

Klare Worte fand Dietmar Mücke für "hartnäckige Beitragsverweigerer". Der Turnverein will sich künftig nicht fristgerechte Kündigungen nicht mehr bieten lassen und den Rechtsweg ausschöpfen. Zu oft sei es in der Vergangenheit passiert, dass beispielsweise SEPA-Unterlagen mit der Aufschrift "ich kündige" an das Vereinsbüro gefaxt wurden. Dabei sieht die Vereinssatzung eine Kündigungsfrist vor. Allerdings wolle man weiter kulant bleiben, wenn Erkrankungen oder ein Umzug das Training nicht mehr erlauben, kündigte der Vereinschef an.

Die Gewinnung von Vereinsnachwuch und Übungsleitern sieht Vizepräsident Lutz Voßfeldt als Hauptaufgaben an, die der Vorstand in diesem Jahr anpacken muss.

Begonnen hatte die Jahreshauptversammlung mit einer Gedenkminute für verstorbene Vereinsmitglieder.