Zerbst l Die Verwaltung wird mehr und mehr zum Dienstleister bei gleichzeitigem Personalabbau. Folglich nimmt auch der Bereich Informationstechnologie eine immer größere Rolle ein. Doch IT ist teuer und aufwendig.

Um Kosten in diesem Bereich zu sparen, plant die Stadt Zerbst den Beitritt zur Kommunalen IT-Union eG (Kitu) Magdeburg. 2009 gründete sich diese Genossenschaft, der mittlerweile 30 Kommunen angehören - darunter die Landeshauptstadt, der Landkreis Stendal, die Stadt Wernigerode und Oranienbaum-Wörlitz.

Durch die Mitgliedschaft haben die Mitglieder Zugriff auf verschiedene IT-Dienstleistungen. Im Falle der Stadt Zerbst besteht Interesse an einem Druck- und Kopierkonzept. Bislang sind im Rathaus Drucker und Kopierer nach Bedarf und vorhandenen Mitteln beschafft worden. Unter Berücksichtigung der vergaberechtlichen Bestimmungen samt Ausschreibungen sowie Beschaffung und Bereitstellung ist der Verwaltungsaufwand enorm.

"Wichtig ist, dass unsere Mitglieder freiwillig auf unsere Angebote zugreifen können. Wer eigene Lösungen entwickeln will, kann dies gern tun", erklärte Jan Petereit, der im Hauptausschuss am Montag die Kitu und das Konzept vorstellte.

Durch die Genossenschaft könnte Zerbst auf einen bereits vorhandenen Rahmenvertrag mit der Firma Toshiba zugreifen. In Wolmirstedt, Tangerhütte, Bernburg und im Klinikum Magdeburg wird bereits dieses Konzept genutzt.

Zukünftig würde die Stadtverwaltung bei Bedarf und ohne vorherige Ausschreibungen kostengünstigere Toshiba-Geräte beziehen. Auch die Wartung der Geräte wäre inklusive. "Insgesamt wird allein durch die Einsparung in diesem Bereich die Mitgliedschaft in der Kitu gedeckt", merkte Jens Angenstein, Vertriebsleiter bei Toshiba, an.

Neben dem IT-Bereich ist zudem die interkommunale Zusammenarbeit der zweite Schwerpunkt der Kitu-Arbeit. Der Austausch der Kommunen untereinander wird aktiv gefördert - unter anderem durch eine Art internes Facebook sowie themenbezogene Arbeitskreise.

Für den Beitritt fällt einmalig ein Genossenschaftsanteil von 5000 Euro an, der nach Ende der Mitgliedschaft zurückgezahlt wird. Zudem beläuft sich der monatliche Beitrag auf 100 Euro. Diese Ausgaben würden über Einsparungen auf verschiedenen Sachkonten gedeckt.

Bürgermeister Andreas Dittmann betonte, dass der praktische Nutzen der Mitgliedschaft von Beginn an von Bedeutung ist. Diesen Nutzen schienen die Ausschussmitglieder erkannt zu haben. Mit einer Stimmenthaltung stimmten sie für den Beitritt. Das letzte Wort liegt beim Stadtrat.