Der zweite Kreistag des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hat sich am Donnerstagabend konstituiert. Ihm gehören 54 Mitglieder an, darunter sechs aus dem Bereich Zerbst.

Köthen/Zerbst l Es liegen zahlreiche Aufgaben vor dem neugewählten Anhalt-Bitterfelder Kreistag. Welche - das sprach Landrat Uwe Schulze nach seiner Vereidigung und Verpflichtung in einer Ansprache an.

Die wohl entscheidendste Priorität liege im Bereich Arbeit und Wirtschaft. "Erklärtes Ziel muss die Schaffung und Erhaltung von zukunftsfähigen und auskömmlichen Arbeitsplätzen sein", betonte Schulze. Gerade unter dem Aspekt der stetig sinkenden kommunalen Haushaltsmittel, seien Arbeitsplätze "das beste Mittel zur Entlastung unseres gebeutelten Haushaltes". Arbeitsplätze schützen vor Abwanderung, verhindern, dass sich "Schulen leeren und geschlossen werden müssen, dass sich Firmeninhaber Sorgen um den Nachwuchs machen müssen", so Schulze. Ebenso werde der Fokus weiterhin auf die Wirtschaftsentwicklung und -förderung gelegt.

Des Weiteren sei der Bildungssektor von größter Wichtigkeit. "Wir haben bereits eine ausgewogene und zukunftsfähige Schulstruktur in Trägerschaft des Landkreises", betonte der Landrat. Mehr als 23 Millionen Euro sind seit Bestehen des Landkreises im Jahr 2007 in die Sanierung und den Umbau von Schulen investiert worden. Weitere Investitionen laufen oder sind geplant. Einige Schulen stünden noch auf dem Merkzettel: Am Bitterfelder Gymnasium werde bereits gebaut, die Sekundarschule Völkerfreundschaft in Köthen zählt dazu, die Zörbiger Sekundarschule ebenso und auch die geplante Turnhalle des Francisceums in Zerbst Nord.

Doch auch die weichen Standortfaktoren sprach Uwe Schulze an, wie die zahlreichen kulturellen Einrichtungen im Landkreis, das Vereinswesen. Vor allem das Institut für Kultur und Weiterbildung (IKW), das alle Musikschulen, die drei Volkshochschulen und die Galerie am Ratswall unter einem Dach vereint, stehe für geballte Kompetenz in diesem Bereich. "Es sollte unser gemeinsames Bestreben sein, die ehrenamtliche Arbeit, die Verbände, Vereine, Familien- und Freizeiteinrichtungen, die sozialen Beratungsstellen im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten zu unterstützen", sagte Uwe Schulze.

Eine neue Aufgabe wird die Verfeinerung des Leitbildes und Marketingkonzeptes des Landkreises sein. Zudem müsse die Positionierung des Landkreises in der Metropolregion Mitteldeutschland erörtert werden. Eine entsprechende Anfrage liege vor.

Doch bevor der Kreistag seine erste Abstimmung vornehmen konnte, galt es, den neuen Kreistagsvorsitzenden zu wählen. Mit 38 von 52 möglichen Stimmen ist Veit Wolpert (FDP) zum Nachfolger von Paul Lindau gewählt worden. Er war der einzige Kandidat für das Amt. Seine erste Stellvertreterin wird Kathrin Hinze (Linke) sein, zweiter Stellvertreter ist Klaus-Ari Gatter (Freie Wähler).

Mit der Neuwahl des Kreistages sind auch die Vorsitze der beratenden Ausschüsse neu zu besetzen gewesen. Den Bau-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss leitet nun Leopold Böhm (CDU-FDP). Dem Bildungs- und Sportausschuss sitzt zukünftig Ronald König (Freie Wähler Anhalt-Bitterfeld) vor. Den Landwirtschafts- und Umweltausschuss wird zukünftig Günter Herder (Linke) leiten, und damit die Nachfolge von Kees de Vries antreten, der sein Kreistagsmandat nach Wiederwahl angenommen hat. Dem Sozial- und Gesundheitsausschuss wird erneut Dagmar Zoschke (Linke) vorsitzen. Der Akener Bürgermeister Hansjochen Müller (SPD-Grüne) wird den Rechnungsprüfungsausschuss leiten.

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