Es war eine gelungene Premiere: Der Stadtchor Zerbst gab in der Fest-scheune auf dem Gelände der Wasserburg Walternienburg ein Konzert.

Walternienburg l Anlass war der Tag des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag. Trotz wahrlich ungemütlichen und tristen Wetters kamen gut 70 Gäste zu Kaffee und zum von den Frauen des Heimatvereins selbst gebackenen Kuchen - und eben zu dem Konzert.

Der bestens aufgelegte Frauenchor mit seiner Leiterin Karin Spott präsentierte ein gut einstündiges buntes Programm mit etwa 20 Liedern. Dabei griff der Chor auf sein weitgespanntes Repertoire zurück, stellte jedoch auch Neueinstudierungen vor. Dazu gehörte unter anderem das Volkslied "Dat du min Leevsten büst", das in einem reizvollen und neu geschaffenen Arrangement dargeboten wurde.

Neu von den Zerbster Sängerinnen zu hören war auch die extra für dreistimmige Frauenchöre geschaffene, nicht ganz ernst zu nehmende Humoresque: "Ein Likörchen für das Frauenchörchen" (Gerhard Grote/Pasquale Thibaut). Und - prompt wurden ihnen vom veranstaltenden Heimatverein kleine Likörfläschchen gereicht.

Nicht nur zuhören und sich nach jeder Darbietung mit Beifall bedanken konnten die Gäste. Karin Spott und ihr Chor animierten zum Mitsingen. Von der Chorleiterin gruppenweise eingeteilt, erklang aus vielen Stimmen der bekannte Kanon "Dona nobis pacem".

Stimmig zur Gegend um Dorf und Wasserburg erklangen solche Lieder wie "Im schönsten Wiesengrunde" oder "Ich geh durch einen grasgrünen Wald". Weniger passend zum Wetter war "Wochenend und Sonnenschein" - aber optimistisch flott interpretiert.

Ortsbürgermeister Heinz Reifarth bedankte sich für das Konzert und nahm Bezug auf das diesjährige Motto "Farbe" für den deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals: "Farbe brachten die roten Jacken der Sängerinnen, viel mehr aber im übertragenen Sinn die Stimmen des Chores." Schön farbig war auch der überreichte Blumenstrauß. Heinz Reifarth erinnerte, dass es Vroni Wenzel und Karin Spott waren, die diesen Walternienburger Auftritt des Stadtchores initiierten. "Aber", fügte er schmunzelnd hinzu, "wir sind ja auch Zerbst, wenn auch unsere Bühne nicht sehr groß ist".

Freude und Frohsinn am Singen seien die Motive gewesen, so wie es der Chor mit dem Lied "Singen macht Spaß" deutlich machte. Und der Chor rief die Konzertgäste zu einer Spende für die weiteren Aktivitäten auf der Wasserburg auf und legte selbst einen größeren Schein in das Spendenkörbchen. Immerhin kamen 153 Euro zusammen. Der Heimatverein sagt Danke.

Die Helfer auf der Wasserburg erwarteten von 10 bis 16 Uhr ihre Gäste, wobei "wetterbedingt uns nur sehr wenige Radwanderer besuchten", so der Ortsbürgermeister. Dennoch kamen Gäste aus der näheren Umgebung, manche zum ersten Mal wie unter anderem Hermann Heinrich aus Leps. "Es ist toll, was hier geschaffen wurde", findet er. Ehefrau Ursula kennt sich besser aus: Sie war Mitarbeiterin der Verwaltungsgemeinschaft.

Hermann Heinrich und andere Gäste besuchten auch den weit sichtbaren Bergfried. "Viele haben gestaunt, dass er nicht nur ein hohler Turm ist", freute sich Heinz Reifarth, wenn er und andere Helfer die Ausstellungsbereiche "früher und heute" in den vier Etagen sowie die historischen Ritzzeichnungen zeigen und erklären konnten. Viele Exponate seien von Einwohnern zur Verfügung gestellt worden. "Klinge Lied, lange nach", wünschte der Chor zum Abschluss und meinte sicher auch die Erlebnisse auf der Wasserburg.

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