Zerbst l Verwirrung unter den Zerbstern. Viele sozial denkende Menschen spenden regelmäßig Altkleider und das vorzugsweise in dafür aufgestellte Container. Doch welcher gehört zu wem? Eine Leserin machte darauf aufmerksam, dass neuerdings auf den DLRG-Containern Niedersachsen vermerkt wäre. "Das finde ich merkwürdig. Ich habe immer bewusst darauf geachtet, wo ich die Sachen spende, denn ich wollte eigentlich Institutionen in der Region damit unterstützen. Und bisher war das beim DLRG so."

Eine Nachfrage bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft bringt Licht ins Dunkel. "Wir haben neue Container bekommen, diese sind jetzt blau-weiß. Ausgerechnet wir haben aber eine Charge bekommen, die falsch beschriftet ist. Ein ebenfalls aufmerksamer Anwohner und Spender hat uns bereits darauf hingewiesen", kann Frank Hebenstreit vom Vorstand der Zerbster DLRG sagen. Deshalb seien auch schon neue Aufkleber in Arbeit.

Generell ist aber das Angebot an Altkleidercontainern in der Stadt Zerbst verhältnismäßig groß. In der Kernstadt gibt es derzeit nach Aussage der Stadt Zerbst 39 Kleidercontainer. Fünf davon in der Verantwortung des DRK, 14 bei der DLRG, neun hat die AWO, zwei die Malteser und acht beziehungsweise einen betreiben zwei private Firmen.

Prinzipiell gilt eine deutliche Kennzeichnung, von wem der Container aufgestellt ist und an wen die Spende damit geht, zur Orientierung für den Spender. "Ich habe allerdings auch schon einige gesehen, bei denen das nicht der Fall ist", kann Peter Stoye vom Deutschen Roten Kreuz in Zerbst sagen. Das DRK hat selbst fünf Container in der Stadt zu stehen. "Alle Spenden aus den Containern verwerten wir zu allererst in unserer Kleiderkammer am Dornburger Platz, daher können Kleiderspenden auch gerne direkt dort vor Ort abgegeben werden", weiß Peter Stoye. Die Zerbster Kleiderkammer hat immer dienstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. "Einkaufen kann bei uns jeder. Wir verschenken nichts, aber gegen einen kleinen Obolus können bei uns die Sachen erworben werden", erklärt er. Der Zuspruch sei groß. "Meist warten schon einige Menschen vor der Tür, wenn aufgemacht wird", weiß er.

Wer spenden möchte, aber unschlüssig ist, in welchen Container er es tun soll, für den hat Frank Hebenstreit folgenden Tipp: "Einfach in die Firma des Vertrauens. Wenn ich das richtig überblicke, dann sind das DRK, die AWO, Malteser und wir, die DLRG, derzeit die seriösen Anbieter. Alle anderen bezeichnen wir als Piraten in diesem Geschäft, die einen rein kommerziellen Hintergrund haben."

Dass bei dem Thema Unsicherheit oder Verwirrung aufkommt, heißt keine Institution für gut, denn für die allgemeinnützigen Organisationen wie das DRK oder die DLRG hier vor Ort, sind die Kleiderspenden ein wesentlicher Bestandteil zur Finanzierung. "Wir sind wirklich jedem Bürger dankbar, der hier spendet, denn das erleichtert uns einen kleines Stück die Arbeit", sagt Hebenstreit.

Ebenfalls für gut heißt er den Umgang der Stadt beim Aufstellen von Containern. "Ich weiß, dass der Bürgermeister bemüht ist, die privaten Anbieter in Grenzen zu halten."

Wer einen Container aufstellen will, muss diesen nämlich zuerst bei der Stadt beantragen. "Allerdings nicht, wenn es sich um Stellplätze auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten oder anderen privaten Flächen handelt. Hier liegt die Genehmigung bei deren Betreibern oder Eigentümern", weist Stadtpressesprecherin Antje Rohm hin.

Grundlage ist die Sondernutzungssatzung, die hier ihre Anwendung findet. Diese besagt unter anderem auch, dass bei gemeinnützigen Trägern keine Gebühren erhoben werden. "Für Private sind es gemäß Gebührentarif zur Satzung 10 Cent pro Quadratmeter und Tag", ergänzt Antje Rohm.

Abgesehen von der Zulassung versucht die Stadt bei den Stellplätzen auch darauf zu achten, dass die Kleidercontainer immer mit Stellplätzen von Glascontainern gekoppelt werden, "um den Bürgern Wege zu ersparen".