Eine Bürgerinitiative " Gegenwind " sagt " Nein danke " zu weitereren Windparks rund im die Stadt Zerbst. Sie wendet sich gegen aktuelle Bestrebungen von Firmen aus der Windenergiebranche, in der Region zu geeigneten Landflächen zu kommen. Mitte April soll es ein öffentliches Treffen der Initiative geben.

Zerbst. Die Bürgerinitiative " Gegenwind " will eine breite Bewegung gegen die Ausweisung weiterer Windvorranggebiete in der Region Zerbst in Gang setzen. Reinhard Neuberth, neben Dieter Bittkau Sprecher der Initiative, verwies auf " spürbare Aktivitäten der Windenergiebranche in der Region, nun doch noch zu ausgewiesenen Vorranggebieten zu kommen und uns weitere Windräder vor die Nase zu stellen ".

Bereits 2003 / 04 hatte die Initiative massiven Widerspruch gegen damalige Überlegungen geführt, im Bereich der Gemarkungen Nutha, Niederlepte, Hohenlepte und Leps Windvorranggebiete auszuweisen. Weil der im Oktober 2005 von der Regionalen Planungsgemeinschaft beschlossene und wenig später in Kraft getretene Regionale Entwicklungsplan in seinem Teilplan " Windenergienutzung " aktuell einer rechtlichen Würdigung durch das Bundesverwaltungsgericht unterzogen wird, hatte die Planungsgemeinschaft im Oktober 2009 beschlossen, vor Urteilsfassung den Teilplan komplett erneut aufzustellen. Innerhalb dieses Verfahrens ist die Anhörung von Trägern öffentlicher Belange wie der Öffentlichkeit vor wenigen Tagen zu Ende gegangen (" Zerbster Volksstimme " berichtete am 12. März ).

" Uns interessiert nun, wie die Stadt Zerbst und die anderen Vertreter der neuen großen Stadt und die Vertreter des Handwerks zu dem Teilplan Wind stehen ", so Neuberth. Immerhin würden dieser Tage an wechselnden Orten Treffen von Landeigentümern und Vertretern von Unternehmen der Windenergiebranche stattfinden, " bei denen schon ganz konkret über Stellen gesprochen wird, an denen die einzelnen Anlagen stehen sollen ", erklärt Neuberth. Er will erfahren haben, dass sich die ins Auge gefassten Gebiete nicht nur mehr zwischen Zerbst und Nutha / Leps befinden wie vor sechs Jahren, sondern dass neuerdings auch die südöstlich der Kreisstraße Zerbst-Leps befindlichen Bereiche " bis hinüber nach Jütrichau " von den Windenergieunternehmen mit Windpark-Überlegungen überzogen werden.

" Die Bürgerinitiative spricht sich ganz entschieden gegen die Errichtung weiterer Windparks in Zerbst und der Region aus. Wir haben Anlagen am Stiefelknecht stehen, es steht ein Windpark zwischen Straguth und Dobritz. Es kann doch niemand eine solche Landschaft aus Windmühlen um die gesamte Stadt herum wollen !", erklärt Neuberth. Die von der Branche ins Auge gefassten Gebiete würden zu einem " nahezu geschlossenen Ring aus Windparks um die Stadt führen ", und sie würden die Wohnqualität der gerade erst vor wenigen Jahren neu entstandenen Eigenheim-Wohngebiete deutlich verringern. " Geräusche, Schattenwurf und Eisklumpen bei entsprechender Witterung – nein danke. Das wollen wir nicht !"

Mitte April will die Bürgerinitiative bei einem öffentlichen Treffen und Gedankenaustausch in der Gaststätte " Akentor " weitere Mitstreiter sammeln. " Bis dahin ", denkt Neuberth, " haben wir auch Klarheit über die Positionen unserer Vertreter in der regionalen Planungsgemeinschaft ".