Das wichtigste Fest der Christen ist Ostern. Aus diesem Grund finden in der kommenden Karwoche zahlreiche Veranstaltungen in den christlichen Gemeinden statt.

Zerbst l Abendmahl, Jesu Sterbestunde und Auferstehung sind die Höhepunkte des Osterfestes, das Christen in der kommenden Woche feiern werden. Bereits am Sonntag ist Palmsonntag - Jesus zieht in Jerusalem ein. Mit den Bläsern der Posaunenchöre aus Zerbst und Coswig wird in St. Bartholmäi um 10 Uhr ein musikalischer Gottesdienst gestaltet, der die Passionswoche einleitet. Was aber feiern wir heute, wenn wir vom Osterfest sprechen. Albrecht Lindemann, Pfarrer der St. Bartholomäigemeinde formuliert es so: "Ostern ist für mich das Fest der Hoffnung. Gott wird Mensch (Weihnachten), erträgt das Leben mit all seinen Licht- und Schattenseiten. Jesus widersteht der Versuchung, dem Leid auszuweichen. Ostern ist das große Happy End des Lebens- und danach wird nichts ausgeblendet."

Welches Leben Jesus Christus führte, welches Leid er erfuhr, darum geht es in den Passionsandachten, die es ab dem kommenden Montag, ab 18 Uhr für die Zerbster Gemeinden zentral in der St. Bartholomäigemeinde gibt. Kreuzbetrachtungen stehen hier im Mittelpunkt. Am Gründonnerstag ist um 18 Uhr in St. Bartholomäi Tischabendmahl und in St. Trinitatis "Abendma(h)l anders". Christen sitzen zusammen, so wie auch Jesus vor seiner Festnahme und Verurteilung mit seinen Jüngern zusammen saß. "Mein Leib für dich gegeben" und "Mein Blut für dich vergossen" sind die Worte, die bis heute in den Abendmahlsfeiern von Christen gesprochen werden. Musik zur Sterbestunde Jesu ist am Karfreitag ab 15 Uhr in der Zerbster St. Bartholomäikirche zu hören. Es musiziert das Vokalensemble "con gusto" unter der Leitung von Christian Wiebeck. An der Orgel spielt Tobias Eger. Unter anderem werden Werke von Josquin de Prèz (O dominie Christe; Ave verum corpus), Heinrich Schütz (Die sieben Worte Jesu am Kreuz) und Johann Sebastian Bach ( O Haupt voll Blut und Wunden), die Leiden Jesus Christus am Karfreitag darstellen.

Über die Bedeutung des Feiertages Karfreitag sagt Albrecht Lindemann: "Unsere Gesellschaft hat die Fähigkeit verloren, gemeinsam nachzudenken. Wir können feiern, laut und fröhlich, auch ohne Grund. Wir haben verlernt, Schmerz und Leid zu teilen. Wir laden ein, die Sterbestunde ganz bewusst in Gemeinschaft zu verbringen. Bedeutung gewinnt die Sterbestunde für mich dann, wenn ich die Dinge, die mir das Herz schwer machen, mitbringe. Das Kreuz ist in der Sterbestunde ganz das Symbol des Leides. In der Osternacht wird es zum Hoffnungsträger." Osternacht ist die Nacht vom Sonnabend zum Sonntag. In Zerbst gibt es dazu einen Gottesdienst in der Kirche St. Marien in Ankuhn um 20 Uhr. Das Licht der Osterkerze wird das Osterfeuer vor St. Marien anzünden. Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst vom Zerbster Gospelchor. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Ostersonntag. "Christ ist auferstanden" heißt es dann in den Gottesdiensten. Jeweils um 10 Uhr finden die Gottesdienste in St. Bartholomäi (mit der Zerbster Kantorei) und in St. Trinitatis statt. Mit Sonnenaufgang beginnt der Ostergottesdienst in Trüben am Ostermontag in der Osterkirche.

Ein neues Element, ein Engel als Berührbild, ist an diesem Tag in der Kirche zu betrachten und anzufassen.