Bitte berühren! - In der Osterkirche Trüben wird am Ostermontag eine Holzskulptur eingeweiht, die die Umsetzung des Projektes Themenkirche ein Stück voranbringt.

Trüben l Eine Christusfigur mit Wundmalen hat ihren Platz an der Wand in der Osterkirche Trüben gefunden. Zum Anfassen für jedermann. Eine Einladung, die Wundmale von Jesus zu berühren - ein Berührbild. "Eine Sache, über die wir uns sehr freuen", sagte der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Weinberggemeinde Garitz, Ullrich Hahn. Ein "unerwartetes Element", so Pfarrer Thomas Meyer, das die zwölfte Station des Ostergartens im Innern der Kirche nun ergänzt.

Hier soll die Geschichte vom ungläubigen Thomas dargestellt werden, der nicht nur selber sehen wollte, sondern auch mit den Händen die Wundmale ertasten, um zu glauben, dass es der Gekreuzigte ist, der da vor ihm steht. Das Bild des Leipziger Künstlers Wolfram Doerffel kam da wie gerufen. Die ursprünglich vorgesehene Figur auf der Empore war in der Gemeinde nicht so gut angekommen und kann nun verworfen werden. Das "Berührbild" passt jedoch gut zum Thema.

Er habe 2013 in der Adventszeit etwas über die Weihnachtskirche in Polenzko gelesen, erzählte Wolfram Doerffel, der mit seiner Frau Carla, Tochter Maria Fricke und der sieben Monate alten Enkelin Johanna am Gründonnerstag in Trüben vor Ort war, um symbolisch das Bild zu übergeben. Er fand die Idee spannend, recherchierte im Internet und stieß auf die Osterkirche. Das fertige Flachrelief stand im Atelier, und da kam der Gedanke, dass es in Trüben gut aufgehoben wäre. Im vergangenen Jahr kam ein Treffen mit Familie Hahn zu Stande...

Mit 20 habe er angefangen mit Holz zu arbeiten, erzählte der Künstler, bei dem oft christliche Motive eine Rolle spielen. Auch sein erstes Objekt sei eine Krippe gewesen. "Mit Holz zu arbeiten, hat etwas Spirituelles", so Wolfram Doerffel, "Holz ist ein sehr sinnliches Material". Es zwinge zu klaren Formen und Abstraktion. Für den Chemieingenieur ist das künstlerische Schaffen mehr als nur Hobby. Mit dem Berührbild schuf er seine größte Holzarbeit bisher. Der Titel "Bitte berühren" war da, das Buchenholz hatte er geschenkt bekommen, und "da zeichnete sich die Figur schon darin ab", so der Künstler.

"Das Bild soll irgendwann benutzt aussehen", hofft Pfarrer Meyer. Dem "Bitte nicht berühren-Trend" der heutigen Zeit will man in der Osterkirche entgegenwirken. Alles dürfe hier genutzt, berührt und damit erfahren werden. "Damit man selbst berührt wird, weil man berühren darf", so Meyer.

Um 6.06 Uhr beginnt am Ostermontag der Gottesdienst mit anschließendem Osterfrühstück, bei dem die von dem Leipziger Künstlerpaar gestiftete Skulptur der versammelten Gemeinde übergeben wird. Derzeit wird auch weiter an der Station eins des Ostergartens, dem Einzug in Jerusalem, gearbeitet. Auch das Heilige Grab soll in diesem Jahr noch fertiggestellt werden.

 

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