Dobritz l "Ich scheide aus gesundheitlichen Gründen aus", das stellte die Dobritzer Ortsbürgermeisterin Margrit Eiserbeck gleich voran, als es bei der jüngsten Ratssitzung um die Wahl eines neuen Ortsbürgermeisters ging. 25 Jahre stellte sie in den Dienst der Gemeinde. 1990 war sie zunächst stellvertretende Bürgermeisterin und übernahm 1994 den ehrenamtlichen Bürgermeisterposten. "Wir haben viel erreicht", blickte Margrit Eiserbeck zurück und bedankte sich bei allen Ratsmitgliedern und Bürgern, die sie über die Jahre begleitet und unterstützt haben.

"Wir haben die Dorferneuerung durchgezogen", ging die 69-Jährige auf die Entwicklung ihres Ortes ein. Trauerhalle, Dorfplatz, Bürgerhausanbau, Sportplatz-Container benannte sie einige Projekte. Die Straßen sind in Ordnung. Nur der Eingang von Dobritz - aus Richtung Zerbst - biete keinen schönen Anblick, bedauerte sie. Problematisch in Dobritz sei, dass die Bevölkerung immer älter und weniger werde. Umso erfreulicher informierte Eiserbeck über den Zuzug einer Familie ins Dorf. Ein Lob und Dankeschön richtete die Ortsbürgermeisterin an den Bauhof, der wieder sehr gute Arbeit geleistet hat.

In offener Wahl wurde Eiserbecks Nachfolge bestimmt. Als einzige Kandidatin stellte sich Cornelia Meerkatz, die einstimmig gewählt wurde. Sie wird dann planmäßig im Juni durch den Stadtrat berufen und kann ab Juli in Dobritz die Geschicke weiter leiten. Magrit Eiserbeck erklärte, auch nicht als zusätzliches Mitglied des Ortschaftsrates weiter mitzuarbeiten. Allerdings sicherte sie zu, dass sie bei Fragen natürlich jederzeit zur Seite stehe.

Cornelia Meerkatz hatte seit längerem mit dem Gedanken gespielt, ob sie sich für die Funktion zur Verfügung stellen sollte. Schließlich müsse ja jemand Verantwortung übernehmen, meinte sie. "Ich fühle mich wohl hier und mit verantwortlich für mein Dorf", sagte sie. Ihre Eltern, die früher beide im Gemeinderat tätig waren, hatten es so vorgelebt. Für Cornelia Meerkatz, die als Krankenschwester im Drei-Schicht-System in Zerbst arbeitet, ist es die dritte Legislaturperiode im Ortschaftsrat. Dass das Amt eine besondere Herausforderung ist für jemanden der vollbeschäftigt ist, weiß sie. "Das geht natürlich nur, wenn wir das gemeinsam machen", setzt sie auf die aktive Mitarbeit der anderen Ratsmitglieder.

"Wir haben viel Potenzial im Ort", ist die 54-Jährige optimistisch, dass mit den engagierten Menschen in Eigeninitiative einiges bewirkt werden kann. Erst im vergangenen Jahr trat Meerkatz dem örtlichen Heimat- und Backofenverein bei, so dass sich da schon einiges mehr an Kontakten im Dorf ergeben hat.

Bei der jüngsten Ratssitzung in Dobritz konnten nun endlich auch die beiden nachgewählten Bürgervertreter, Susanne Dyckhoff und Andreas Röscher, für ihre Aufgabe verpflichtet werden.